Freitag, 6. Juli 2018

BMU Pressedienst Nr. /18 -- Naturbewusstseinsstudie

Berlin, 06. Juli 2018

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

Naturbewusstseinsstudie: Deutsche wollen besse-ren Meeresschutz und keine
Genpflanzen
Umfrage: Plastikmüll im Meer wird als Bedrohung gesehen, große
Unterstützung für Meeresschutzgebiete

Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Vermüllung der Meere durch
Plastik als Gefahr für den Naturschutz und unterstützt die Einrichtung
von Meeresschutzgebieten. Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Befragten
der aktuellen Naturbewusstseinsstudie wünscht sich auch strengere Regeln
und Gesetze, damit die Fischerei mehr für den Schutz der Meeresumwelt
tut. Verbraucherin-nen und Verbraucher wollen sich zudem darauf verlassen
können, dass der Handel keine Produkte von bedrohten Fischarten anbietet.
Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich außerdem für eine
Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten aus, die mit gentechnisch
manipulierter Nahrung gefüttert wurden. Das sind einige Ergebnisse der
alle zwei Jahre erscheinenden Naturbewusstseinsstudie, die
Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Beate Jessel, Präsidentin des
Bundesamts für Naturschutz, heute in Berlin vorgestellt haben.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Im Kampf gegen den Plastikmüll
in unseren Meeren unterstützt uns fast die gesamte Bevölkerung. Die
Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten. Wir müssen
daher weltweit überflüssiges Plastik vermeiden und den Rest im Kreislauf
halten und recyceln. Eine große Mehrheit der Befragten unterstützt zudem
Meeresschutzgebiete und strengere Regelungen für die Fischerei zum Schutz
der Natur. Auch die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der
Gentechnik nehme ich sehr ernst. Wir brauchen endlich bundesweit
einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten."

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Die Bevölkerung in Deutschland gibt uns
starke Signale, dass wir uns für den Schutz und die nachhaltige Nutzung
der Meere einsetzen sollen: Neun von zehn Befragten befürworten die
Einrichtung von Naturschutzgebieten in Nord- und Ostsee. Wir brauchen
derart geschützte Gebiete, in denen Tiere und Pflanzen möglichst
ungestört leben können. Die Menschen wissen auch um die Gefährdung
dieser Lebens-räume durch Abfälle und Schadstoffeinträge. Die
Schädigung von Arten und Lebensräumen in den Meeren durch die Fischerei
ist ebenfalls sehr stark in ihrem Bewusstsein verankert. Damit besteht in
der Bevölkerung Deutschlands ein großer Rückhalt für stringentere
Regelungen hin zu einer nachhaltigen Fischerei."

Zum ersten Mal wurde in der Naturbewusstseinsstudie auch die Einstellung
der Deutschen zum Meeresnaturschutz detailliert abgefragt. Die Auswertung
zeigt, dass der Bevölkerung der Schutz und die nachhaltige Nutzung der
Meere ein großes Anliegen ist. So befürwortet eine überwältigende
Mehrheit von 94 Prozent der Befragten Naturschutzgebiete in Nord- und
Ostsee, 53 Prozent halten solche Gebiete sogar für „sehr wichtig".
Zudem sprechen sich 83 Prozent der Befragten für strengere Regeln und
Gesetze aus, damit die Fischerei mehr für den Naturschutz tut, selbst
wenn dadurch die Fischpreise steigen. 92 Prozent der Befragten möchten
sich darauf verlassen können, dass der Handel keine Fischprodukte von
bedrohten Arten anbietet, 90 Prozent befürworten die Kennzeichnung von
Fischprodukten aus naturschonender Fischerei. Unter den wahrgenommenen
Gefährdungsursachen steht Plastikmüll an erster Stelle, 78 Prozent sehen
darin ein „sehr großes Problem". Erdölverschmutzung (71 Prozent) und
radioaktive Abfälle (66 Prozent) folgen dicht darauf.

Gegenüber dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft vertritt eine
große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland eine skeptische Position:
So sprechen sich 79 Prozent der Befragten für ein Verbot von Gentechnik
in der Landwirtschaft aus. 93 Prozent sind der Meinung, dass mögliche
Auswirkungen auf die Natur immer untersucht werden sollten, wenn Pflanzen
gezielt gentechnisch verändert werden. Ebenso sprechen sich 93 Prozent
der Befragten dafür aus, Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch
veränderter Nah-rung gefüttert werden, im Handel zu kennzeichnen.

Der aktuellen, mittlerweile fünften Naturbewusstseinsstudie liegt eine
bundesweite Befragung zugrunde, die zum Jahresende 2017 durchgeführt
wurde. Insgesamt 2.065 zufällig ausgewählte Personen aus der
deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 18 Jahren nahmen an der
Studie teil. Die Naturbewusstseinsstudie erfasst die gesellschaftlichen
Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie
stellt aktuelle und empirisch abgesicherte Daten bereit, die für die
Naturschutzpolitik, den öffentlichen Diskurs und die Bildungsarbeit
wertvolle Grundlagen sind. Die Naturbewusstseinsstudien werden im Auftrag
des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz seit
2009 alle zwei Jahre veröffentlicht.

Die Naturbewusstseinsstudie 2017 sowie ein Informationspapier mit
wesentlichen Aussagen der Studie steht zum Download unter:
https://www.bmu.de/PU496
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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Regine Zylka (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Stephan Gabriel
Haufe, Maren Klein, Andreas Kübler und Nina Wettern

Telefon: 030 18 305-2010
E-Mail: presse@bmu.bund.de Internet: www.bmu.de/presse
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