Montag, 9. Juli 2018

BMU-PM: Florian Pronold: „Kommunen auf dem Weg zur Pestizidfreiheit“

BMU-Pressedienst Nr. 146/18 – Naturschutz/Pflanzenschutzmittel
Berlin, 09. Juli 2018

Naturschutz/Pflanzenschutzmittel
Florian Pronold: „Kommunen auf dem Weg zur Pestizidfreiheit"
Große Kreisstadt Dachau verpachtet Ackerflächen nur noch an Landwirte,
die auf Glyphosat verzichten

Über 200 Städte in Deutschland haben sich mittlerweile entschieden,
zunehmend auf Glyphosat und andere Pestizide zu verzichten. Dazu zählt
auch die bayerische Stadt Dachau. Die Kommune hatte im vergangenen Jahr
einen Stadtratsbeschluss gefasst, wonach Landwirte auf städtischen
Pachtflächen auf Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat und auf
Neonikotinoide, eine Gruppe hochwirksamer Insektizide, verzichten zu
müssen. Dies gilt jedoch nur für Neuverpachtungen. Bestehende
Pachtverträge sind von dem Stadtratsbeschluss nicht betroffen. Der
Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Florian
Pronold hat die Stadt heute besucht.

Florian Pronold: „Die weitgehend pestizidfreie Kommune ist möglich. Dies
setzt ein verändertes Denken hinsichtlich des Schönheitsideals einer
Stadt, die Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und politischen
Veränderungswillen voraus. Dachau ist dafür ein gutes Beispiel."

Pflanzenschutzmittel werden neben der Land- und Forstwirtschaft sowie im
Gartenbau auch auf öffentlichen Flächen der Kommunen eingesetzt. Der
Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und die Mitarbeiter der
Abteilung Stadtgrün und Umwelt informierten Pronold anlässlich einer
Ortsbegehung über die verschiedenen Möglichkeiten einer pestizidfreien
Bewirtschaftung der städtischen Grünflächen. Die Stadt ist schon seit
den 80er-Jahren aktiv dabei, auf bestimmten Flächen den Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden bzw. zu minimieren. So werden störende
Pflanzen zum Beispiel auf Gehwegen oder öffentlichen Eingangsbereichen
abgeflammt, mechanisch oder mit Kehrmaschinen beseitigt. Des Weiteren hat
die Stadt Ackerflächen, die sie 2014 erworben hat, an einen Biobauern
verpachtet

Oberbürgermeister Hartmann: „Das Verbot von Glyphosat auf städtischen
Flächen ist ein erster Schritt hin zu einer umweltfreundlichen
Bewirtschaftung. Andere Kommunen, so zum Bespiel jüngst auch der
Landkreis Dachau, ziehen nun mit ähnlichen Beschlüssen nach. Zum Erhalt
der Artenvielfalt in Flora und Fauna in Deutschland sind aber bundesweite
gesetzliche Regelungen notwendig."

Pronold: „Das Bundesumweltministerium setzt sich für einen
grundsätzlichen Ausstieg aus Glyphosat bis zum Ende dieser
Legislaturperiode ein. Daher sind uns die Erfahrungen der Landwirte und
Kommunen, die sie beim Vermeiden von Pestiziden machen sehr wichtig. Denn
letztlich dürfen wir nicht bei Glyphosat stehenbleiben, wenn wir eine
insgesamt umwelt- und naturverträglichen Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln erreichen wollen."

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln trägt wesentlich zum Verlust der
biologischen Vielfalt bei – durch die unmittelbare Schädigung von
Wildpflanzen und –tieren einerseits, durch die Schädigung der
Nahrungsnetze und den Entzug der Nahrungsgrundlage von Wildtieren
andererseits. Zudem beeinträchtigt ein übermäßiger Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln auch die Qualität von Böden und Gewässern. All
diese Beeinträchtigungen wirken sich auch auf die Lebensgrundlagen des
Menschen aus. Vor diesem Hintergrund gilt es, die Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit
wie möglich zu reduzieren.
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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Regine Zylka (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Stephan Gabriel
Haufe, Maren Klein, Andreas Kübler und Nina Wettern

Telefon: 030 18 305-2010
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