Montag, 31. Juli 2017

BMUB Pressedienst Nr. 266/17 -- Wohnungsbau / Serielles Bauen

31.Juli 2017

Gemeinsame Pressemitteilung mit die Wohnungswirtschaft Deutschland, der
Deutschen Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer

Serielles Bauen: Teilnahmewettbewerb von Bundesbauministerium und
Wohnungswirtschaft mit hoher Beteiligung

Berlin – Schneller, kostengünstiger und in hoher Qualität neue
Wohnungen bauen: Das europaweite Ausschreibungsverfahren für seriellen
Wohnungsbau, das vom Bundesbauministerium (BMUB) und dem Spitzenverband
der Wohnungswirtschaft GdW gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer und
der Bauindustrie Ende Juni gestartet wurde, ist in kurzer Zeit auf ein
breites Interesse gestoßen. Über 40 Bieter und Bietergemeinschaften
haben bei der offiziellen Vergabestelle, dem GdW, bis zur Anmeldefrist
Ende vergangener Woche ihre Bewerbung für den Teilnahmewettbewerb um
innovative Konzepte des seriellen und modularen Wohnungsbaus abgegeben.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Die hohe Resonanz auf den
Teilnahmewettbewerb bestärkt uns darin, dass serielle und modulare
Bauweisen einen Beitrag leisten können, die Baukosten zu verringern und
mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Die von mir eingesetzte
Baukostensenkungskommission und die Wohnungsbauoffensive haben die
richtigen Impulse gesetzt, damit serielle Baukonzepte entwickelt und
aufgegriffen werden, um Bauzeiten zu verkürzen und günstiger zu bauen.
An solche Konzepte stellen wir hohe architektonische und städtebauliche
Anforderungen. Daher sind wir jetzt sehr gespannt, welche Gebäudekonzepte
von Planern und Baufirmen eingereicht werden, die zur Angebotserstellung
aufgefordert werden."
Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und
Immobilienunternehmen: „Die unerwartet hohe Beteiligung an unserem
Teilnahmewettbewerb und das rege Interesse an den neuen Konzepten sind ein
sehr gutes Zeichen und Grund zur Freude. Denn der Bau preisgünstiger
Wohnungen in hoher Qualität anhand neuer serieller Konzepte ist ein
wichtiger Baustein für mehr bezahlbares Wohnen in Deutschland. Unser Ziel
ist es, neu gebaute Mietwohnungen auch ohne Förderung für die Mitte der
Bevölkerung wieder bezahlbar zu machen. Wir bewegen uns mit dem
Ausschreibungsverfahren auf Kurs, um bereits nächstes Jahr schnell
realisierbare Wohnungsbaukonzepte anbieten zu können."
Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer:
„Die hohe Beteiligung auch freischaffender Architekten an diesem
Verfahren zeigt, dass der Berufsstand seine gesamtgesellschaftliche
Verantwortung auch beim seriellen Bauen wahrnimmt. Ich bin zuversichtlich,
dass es gelingt, in der Partnerschaft von Architekten und Bauunternehmen
auf Augenhöhe innovative und zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln. Aber
es bleibt als Verfahren ein Experiment, das wir für unseren Berufsstand
sehr aufmerksam begleiten werden."
Marcus Becker, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie
(HDB): „Deutschland braucht gerade in den Ballungszentren mehr
bezahlbaren Wohnraum. Ich freue mich deshalb sehr, dass so viele
Bauunternehmen und Architekturbüros sich für die Ausschreibung der
Rahmenvereinbarung ‚Serieller und Modularer Wohnungsbau'
interessieren. Es zeigt mir aber auch, dass wir mit unserem
Ausschreibungsansatz, Planungs- und Bauleistungen aus ‚einer Hand'
anzufragen, auf dem richtigen Weg sind. Für mich steht fest: Wenn schnell
und kostengünstig gebaut werden soll, dann muss Bauen partnerschaftlich
organisiert werden."
Bis Ende August werden die Bieter und Bietergemeinschaften, die sich bei
dem Ausschreibungsverfahren beworben haben, informiert, ob sie mit ihren
innovativen Konzepten für eine Teilnahme ausgewählt wurden. Bis zum 27.
Oktober 2017, 12:00 Uhr, müssen die ausgewählten maximal 15 Teilnehmer
dann ihre konkreten Angebote für seriellen und modularen Wohnungsbau
einreichen. Die Bewertung der Angebote erfolgt nach speziell
ausgearbeiteten Kriterien durch ein eigens einberufenes Bewertungsgremium,
das sich aus Experten der Bau- und Wohnungswirtschaft, Forschung und des
Bundesbauministeriums zusammensetzt.
Ziel ist es, im Frühjahr 2018 eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von
mehrgeschossigen Wohngebäuden in serieller und modularer Bauweise mit
insgesamt 5 bis 10 Bietergemeinschaften aus Planung und Ausführung
abzuschließen. Das bietet insbesondere öffentlichen Wohnungsunternehmen
den Vorteil, konkrete Angebote aus der Rahmenvereinbarung mittels
Einzelaufträgen direkt zu realisieren – zu einem festen Preis, der alle
Kosten bis auf die lokale Anpassung umfasst. Die Vorlaufzeiten für
Bauvorhaben sollten sich durch dieses Verfahren wesentlich verkürzen.
Die Partner aus dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen setzen mit
dem erstmals gemeinsam von Bauplaner- und Ausführerseite durchgeführten
Ausschreibungsverfahren ein wesentliches Ergebnis der
Baukostensenkungskommission um. Angesichts des sich verschärfenden
Wohnungsmangels in vielen deutschen Großstädten gilt es, das Angebot
preisgünstiger Wohnungen in Deutschland zu vergrößern. Serieller und
modularer Wohnungsbau sind dafür ein wichtiger Teil der
Lösungsstrategie.
Alle Infos zum Ausschreibungsverfahren sind unter
http://web.gdw.de/seriellesbauen elektronisch einsehbar.
Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf
europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche,
privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie
bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen
wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30
Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.
Die Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) ist ein Zusammenschluss der 16
Länderarchitektenkammern in Deutschland. Sie vertritt auf nationaler und
internationaler Ebene die Interessen von ca.130.000 Architekten gegenüber
Politik und Öffentlichkeit.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie vertritt die Interessen von
2.000 großen und mittelständischen Unternehmen der deutschen
Bauindustrie. Als Generalunternehmen, Spezialbauunternehmen oder
Nachunternehmen erwirtschaften sie knapp die Hälfte des Umsatzes im
deutschen Bauhauptgewerbe. Mit 250.000 Mitarbeitern stellen sie ein
Drittel der Beschäftigten. Als Wirtschaftsverband vertritt der HDB die
Interessen der deutschen Bauindustrie gegenüber Gesetzgeber, Regierung
und Verwaltung. Als Arbeitgeberverband ist er Partner bei
Tarifverhandlungen und engagiert sich im Bereich der betrieblichen und
überbetrieblichen Ausbildung.
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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler, Friederike Langenbruch und Nina
Wettern
Telefon: 030 18 305-2010
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
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