Montag, 12. Juni 2017

BMUB Pressedienst Nr. 199/17 -- Internationaler Meeresschutz

Berlin, 12. Juni 2017

Internationaler Meeresschutz
Erste Weltozeankonferenz der Vereinten Nationen endet mit Handlungsaufruf
Länder, Unternehmen und NRO's sichern weltweit über tau-send neue
Meeresschutzinitiativen zu

Mit einem politischen Handlungsaufruf, gemeinsam die Meere zu retten,
endete am Freitag die erste Ozeanschutz-Konferenz der Vereinten Nationen.
An der Konferenz hatten über 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus
über 190 Staaten, zwischenstaatlichen Organisationen und Vertretern der
Zivilgesellschaften mitgewirkt. Schweden und Fiji hatten gemeinsam zu der
einwöchigen Konferenz nach New York eingeladen. Die Konferenz war auch
der Startschuss für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie (Agenda
2030) der VN im Meeresbereich. Die Konferenz soll als „Game changer"
einen grundsätzlichen Richtungswandel für den Umgang der Menschheit mit
den Weltmeeren initiieren.

Bundesumweltministerin Hendricks: „Wasser – in allen seinen Formen –
ist Leben. Wir sind existenziell auf gesunde Meere angewiesen. Wir
brauchen sie als nachhaltige Nahrungsquelle für eine wachsende
Weltbevölkerung. Wir brauchen sie vor allem in den Ländern des Südens,
um Wohlstand und sozialen Ausgleich zu steigern. Wir brauchen die Meere im
Kampf gegen den Klimawandel. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, den
unermesslichen Schatz an Tieren und Pflanzen zu schützen, den unsere
Ozeane, Seen und Küsten beherbergen."
Mit der Konferenz wollen die Vereinten Nationen einen globalen Prozess für
den Schutz der Weltmeere anstoßen und die UN-Nachhaltigkeitsziele der
Agenda2030 weiter umsetzen. Darin haben sich alle UN-Mitgliedsstaaten
verpflichtet, die Ozeane in einen guten und gesunden Zustand zu bekommen,
die enorme Verschmutzung, zum Beispiel durch Meeresmüll und Emissionen
von Schiffen, drastisch zu mindern und die marinen Ökosysteme und Arten
besser zu schützen.
Die Teilnehmer der Weltozeankonferenz verabschiedeten heute einen
Handlungsaufruf an alle Staaten und sonstigen Interessenvertreter.
Erklärtes Ziel ist es, die Verschmutzung der Meere durch Meeresmüll
einzudämmen sowie die Artenvielfalt und einzigartige Lebensräume der
Ozeane, Seen und Küsten zu erhalten. Dazu gehört die Fischerei
nachhaltig auszurichten und sicherzustellen, dass auch Küstenbewohner in
Inselstaaten ein ausreichendes Einkommen haben. So sollen zum Beispiel
auch mehr Meeresschutzgebiete eingerichtet und diese effektiv gemanagt
werden.
Daneben wurden eine Vielzahl unterschiedlicher Partnerschaften und über
1000 freiwillige Selbstverpflichtungen als Beiträge zum Ozeanschutz
verabschiedet. Kenia bot zudem an, die nächste Ozeanschutzkonferenz
auszurichten.
Hendricks: „Wir hätten uns sicher einen weitgehenderen Handlungsaufruf
gewünscht. Angesichts des besorgniserregenden Zustands unserer Weltmeere
darf es nicht bei Absichtserklärungen und beim Bekräftigen bereits
bestehender Vereinbarungen bleiben. Wir brauchen Taten. Dennoch
unterstützen wir das Ergebnis. Es ist völlig klar, dass nicht alle
Länder die gleiche Geschwindigkeit gehen können. An manchen Stellen
werden große Schritte möglich sein, an anderen müssen wir mit kleineren
vorangehen."
Deutschland setzt sich für einen konkreten Folgeprozess der Ozeankonferenz
ein und hat 11 freiwillige Selbstverpflichtungen angekündigt. Dazu
zählen mehrere Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative zum
Schutz und zur nachhaltigen Nutzung mariner Biodiversität, der Blue
Action Fonds zur Förderung von Schutzgebieten und zur Bekämpfung der
Meeresverschmutzung sowie ein Projekt, um Schiffsemissionen zu verringern.
Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung dafür ein, auch in
internationalen Seegewässern Schutzprojekte einrichten zu können und die
regionale Kooperation zwischen Meeresregionen zu verbessern.

Weitere Informationen:
Übersicht über alle freiwilligen Selbstverpflichtungen zum globalen
Meeresschutz:
https://oceanconference.un.org/commitments/
Die Meeresschutzprojekte der Internationalen Klimaschutzinitiative des
BMUB:
https://www.international-climate-initiative.com/de?iki_cookie_check=1




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