Freitag, 23. Juni 2017

BMUB-PM: Hendricks: Eine naturverträgliche Energiewende ist möglich

BMUB-Pressedienst Nr. 219/17
Berlin, 23. Juni 2017

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

Hendricks: Eine naturverträgliche Energiewende ist möglich

Eine komplett erneuerbare Energieversorgung in Deutschland ist im Einklang
mit der Natur möglich. Damit das gelingt, müssen fünf Leitlinien
beachtet werden, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks heute in
Berlin vorgestellt hat. Zu den zentralen Elementen gehören ambitionierte
Effizienzmaßnahmen und ein stärkerer Ausbau gebäudenaher Anlagen wie
Solarmodulen auf Dächern und Fassaden oder Wärmepumpen.

Hendricks: „Ohne eine weltweite Energiewende können wir die biologische
Vielfalt nicht erhalten. Aber auch die Energiewende ist nur dann wirklich
nachhaltig, wenn sie im Einklang mit der Natur gelingt. Entscheidend für
eine naturverträgliche Energiewende ist, dass wir sparsamer mit Energie
umgehen, auch wenn sie in Zukunft 100 Prozent erneuerbar ist. Denn wir
haben zwar unbegrenzt Wind und Sonne, aber die naturverträglichen
Möglichkeiten, die Anlagen aufzustellen, bleiben begrenzt. Außerdem
sollten wir beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verstärkt die
Gebäude nutzen und Solarenergie vor allem auf Dächern und Fassaden
gewinnen."

Weitere Elemente eines naturverträglichen Ausbaus sind ein schonender und
standortoptimierter Ausbau der Windenergie an Land und See, die Gewinnung
von Biomasse aus Rest- und Abfallstoffen sowie eine naturverträgliche
Nutzung der Wasserkraft. Diese Leitlinien werden auch bisher schon
zunehmend bei der Energiewende berücksichtigt, müssen aber für die
weitere Entwicklung hin zu einer komplett erneuerbaren Energieversorgung
in den nächsten Jahrzehnten noch stärker verankert werden.

Die fünf Leitlinien wurden hergeleitet aus den Forschungsarbeiten des
Bundesamtes für Naturschutz zum Thema „Naturschutz und Erneuerbare
Energien". Diskutiert wird der Forschungsstand heute auf einer Tagung im
Bundesumweltministerium in Berlin zur „Naturverträglichen Energiewende
2050".

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Eine naturverträgliche Energieversorgung
2050 ist möglich. erfordert allerdings große Kraftanstrengungen. Mit den
Weichenstellungen für 2050 muss daher schon heute begonnen werden. Dabei
brauchen wir nicht nur ein „Mehr" an übergreifender, auch über
Verwaltungs- und Ländergrenzen ansetzender Steuerung. Wichtig ist auch,
einen gesellschaftlichen und politischen Diskussionsprozess über die
naturverträgliche Ausgestaltung der Energiewende in Gang zu setzen. Damit
ein naturverträglicher Klimaschutzes gelingt, wollen wir, unsere
Forschung in diesem Bereich fortsetzen und konkrete Vorschläge
erarbeiten."

Bei der heutigen Tagung werden auch erste Ergebnisse einer Studie
diskutiert, die derzeit im Auftrag von BMUB und BfN erarbeitet wird. Die
Studienautoren am Institut für Umweltplanung der Universität Hannover
zeigen darin, unter welchen Bedingungen eine naturverträgliche
erneuerbare Energieversorgung 2050 möglich ist. Dabei wird mit
rückblickenden Szenarien ausgehend vom Jahr 2050 gearbeitet, die mit
großen Unsicherheiten behaftet sind und keinesfalls Prognosen darstellen.
Sie können aber dazu dienen, möglichst naturverträgliche
Handlungsoptionen zur Vollendung der Energiewende aufzuzeigen.

Die „Fünf Punkte für eine naturverträgliche Energiewende" von BMUB
und BfN finden Sie unter www.bmub.bund.de/N54259.

Die Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts am IUP Hannover finden Sie
unter https://www.natur-und-erneuerbare.de/aktuelles/


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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
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