Montag, 24. April 2017

BMUB Pressedienst Nr. 125/17 -- Wohnungsbau

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und
Raumforschung

24. April 2017

Was den Bau bezahlbarer Wohnungen in wachsenden Städten hemmt
BMUB und BBSR legen Studie zur Entwicklung der Wohnungsbautätigkeit vor

Der Wettbewerb um knappes Bauland und die damit verbundenen
Preissteigerungen von Grundstücken bremsen den Bau bezahlbarer Wohnungen
in wachsenden Städten. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom
Bundesbauministerium und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und
Raumforschung (BBSR) beauftragte Studie des Instituts Quaestio Forschung &
Beratung. Das Bonner Beratungsinstitut untersuchte die Neubautätigkeit in
den fünf Großstädten Aachen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg und
Nürnberg und befragte Experten aus Wohnungsunternehmen und kommunalen
Verwaltungen.

Der starke Wettbewerb um Baugrundstücke behindert nach Einschätzung der
befragten Experten den bezahlbaren Wohnungsneubau erheblich. Daneben
verhindern komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie knappe
Personalressourcen in den Verwaltungen eine rasche Reaktion auf die
wachsende Nachfrage. Bürgerschaftliche und nachbarschaftliche
Widerstände bei Neubauprojekten sorgen ebenfalls für Verzögerungen.
Zudem verlängern Kapazitätsengpässe in Planungsbüros und
Bauunternehmen die Planungs- und Bauzeiten.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Die Bereitstellung von Bauland
ist der Schlüssel für den Bau neuer bezahlbarer Wohnungen. Hier brauchen
wir dringend Fortschritte. Die neue Baugebietskategorie Urbanes Gebiet
schafft dafür wichtige Voraussetzungen. Aber auch die Verwaltungen
brauchen mehr Ressourcen für ein aktives Flächenmanagement, das
Eigentümer und Investoren systematisch einbezieht."

BBSR-Direktor Harald Herrmann: „Unsere Fallstudien zeigen, wie schwierig
es ist, einerseits die innerstädtischen Flächenpotenziale für den
Wohnungsbau auszuschöpfen, andererseits das Angebot im günstigen
Preissegment auszuweiten."

Die Forscher werteten die lokalen Wohnungsmärkte in den fünf Städten
aus: Dort reagierten die lokalen Märkte trotz vieler wohnungspolitischer
Initiativen zunächst nur langsam auf den Einwohnerzuwachs und die damit
verbundene höhere Nachfrage nach Wohnungen. In den Kommunen dominierten
im Untersuchungszeitraum 2014 bis 2016 kleinere Wohnungsbauprojekte, die
überwiegend im Rahmen der Innenentwicklung realisiert wurden. Neue
Wohnungen entstanden vor allem im mittleren und höheren Preissegment und
in Mehrfamilienhäusern. Preisgünstiger Wohnraum wurde im
freifinanzierten Wohnungsbau wegen der hohen Grundstückspreise hingegen
nur selten geschaffen.

Nach Auffassung der Wissenschaftler müssen dort, wo es kaum noch
Grundstücke für den Wohnungsbau gibt, auch Maßnahmen der
Außenentwicklung geprüft werden. Voraussetzung dafür sei eine engere
Stadt-Umland-Kooperation in der Siedlungs- und Verkehrsplanung.

Die Forschungsarbeit kann kostenfrei als BBSR-Sonderveröffentlichung
„Aktuelle Trends der Wohnungsbautätigkeit in Deutschland – Wer baut
wo welche Wohnungen?" per E-Mail beim BBSR angefordert werden
(forschung.wohnen@bbr.bund.de). Eine PDF-Version ist auf der BBSR-Website
unter www.bbsr.bund.de abrufbar.


Weitere Informationen:
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/Sonderveroeffentlichungen/2017/wohnungsbautaetigkeit-deutschland.html


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