Mittwoch, 12. April 2017

BMUB Pressedienst Nr. 120/17 -- Umweltbewusstsein 2016: Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark aufs Auto angewi

Berlin, 12. April 2017

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Umweltbundesamt

Umweltbewusstsein 2016: Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark
aufs Auto angewiesen sein

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto
angewiesen sein. Das ist eines der Ergebnisse der
Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des
Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes. 91 Prozent der
Befragten sagen demnach, dass das Leben besser werde, wenn der oder die
Einzelne nicht mehr auf ein Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich
eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt, für ihre
eigene Stadt oder Gemeinde.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Die Menschen sind bereit, auf
das Auto zu verzichten, aber sie brauchen gute Alternativen. Weniger
Autos, ein leistungsfähiger und günstiger öffentlicher Nahverkehr, gute
und sichere Fahrradwege – all das wünschen sich viele Menschen, weil es
ihre Lebensqualität verbessert und die Umwelt schützt. Das ist eine
starke und wichtige Botschaft sowohl für die Umweltpolitik als auch für
die Stadtentwicklungspolitik. Sie wird uns Rückenwind geben in unserem
Einsatz für die Stadt der kurzen Wege, für neue Radwege und nachhaltige
Mobilität."

Das Auto ist laut Studie nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel in
Deutschland. 70 Prozent der Befragten nutzen es mehrmals in der Woche.
Allerdings kann sich die große Mehrheit der Autofahrer vorstellen, unter
bestimmten Bedingungen mehr zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.
Je nach Größe des Wohnorts können sich zudem zwischen 46 und 61 Prozent
der Autofahrer vorstellen, auf Busse und Bahnen umzusteigen.
UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Saubere Luft und mehr Grün in der
Stadt – das geht nur mit mehr Bussen und Bahnen und mit weniger Autos.
Der öffentliche Personennahverkehr ist das Rückgrat der Stadtmobilität.
Er muss aber gestärkt werden und vor allem ausreichend finanziert sein.
Wenn wir umweltschädliche Subventionen endlich abbauen und mehr Gelder
für den ÖPNV bereitstellen, gelingt das auch." Die umweltschädlichen
Subventionen des Verkehrssektors belaufen sich laut Berechnungen des
Umweltbundesamt (UBA) derzeit auf mehr als 28 Milliarden Euro pro Jahr.
Grundsätzlich ist die Idee der Nachhaltigkeit in der Mitte der
Gesellschaft angekommen. Umweltschutz wird dabei nicht als isoliertes
Politikfeld wahrgenommen, sondern als Teil der Lösung für große
ökonomische und soziale Herausforderungen. 67 Prozent der Befragten sehen
Umweltschutz als notwendige Voraussetzung, damit Zukunftsaufgaben wie die
Globalisierung gestaltet werden können. Große Teile der Bevölkerung
sehen Umweltschutz zudem als Voraussetzung für Wohlstand (58 Prozent),
Wettbewerbsfähigkeit (51 Prozent) und neue Arbeitsplätze (48 Prozent).
Im Bereich der sozialen Gerechtigkeit wird dieser Zusammenhang mit 37
Prozent weniger gesehen.

Dabei zeigt die Studie auch, dass gerade in sozial benachteiligten
Quartieren die Umweltbelastungen besonders hoch sind. 40 Prozent der
Befragten mit kleinem Einkommen fühlen sich durch Lärm besonders
belastet, aber nur 27 Prozent der Befragten mit hohen Einkommen. Auch von
Luftverschmutzung fühlen sich Befragte mit niedrigem Einkommen (45
Prozent) deutlich stärker belastet als Menschen mit hohem Einkommen (28
Prozent). Engagierter Umweltschutz ist daher auch Gesundheitsschutz und
trägt zu sozialer Gerechtigkeit bei.

Die komplette Studie sowie ein Factsheet dazu finden Sie unter
www.bmub.bund.de/N54151



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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler, Friederike Langenbruch und Nina
Wettern
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