Dienstag, 4. April 2017

BMUB Pressedienst Nr. 116/17 -- BMUB-PM: „Urbanität und Vielfalt“ bringt Wildpflanzen in die Stadt

Berlin, 04. April 2017

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

„Urbanität und Vielfalt" bringt Wildpflanzen in die Stadt
Neues Projekt macht Wert biologischer Vielfalt begreifbar

Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern den Wert seltener Wildpflanzen nahe
zu bringen, ist das Ziel des neuen Projekts „Urbanität und Vielfalt",
das vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Mit dem Vorhaben will der
Projektverbund der Botanischen Gärten in Potsdam, Berlin und Marburg
sowie das Umweltzentrum Dresden die Vermehrung ausgewählter Arten auch in
die Hände von Privatpersonen, Familien oder Kleingartenvereinen legen.
Mit der Pflege seltener Arten wie der Karthäusernelke oder des
Heide-Günsels soll Interesse, Wissen und Verständnis für die
biologische Vielfalt geweckt werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Biologische Vielfalt findet
sich nicht nur auf der grünen Wiese, sondern auch mitten in der Stadt.
Deshalb haben wir uns auch in unserer Naturschutzoffensive 2020 zum Ziel
gesetzt, mehr Grün in die Wohnsiedlungen zu bringen. Aber wir wollen auch
das Bewusstsein der Menschen für biologische Vielfalt stärken. Das neue
Projekt greift beide Aspekte auf."

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Das Projekt bringt den botanischen
Naturschutz direkt zu den Menschen nach Hause, in ihre Gärten und auf
ihre Balkone. Es verlangt nur wenig Platz, kein großes Vorwissen und
beansprucht nicht viel Zeit. Und dennoch bietet es viele Möglichkeiten,
sich individuell oder in der Gemeinschaft zu engagieren. Das ist ein neuer
Ansatz im freiwilligen Naturschutz, den das Projekt „Urbanität und
Vielfalt" beispielhaft umsetzt."

Viele Wildpflanzenarten sind in der Natur selten geworden. Ihre
Lebensräume sind durch eine Aufgabe intensiver Nutzung, eine
Intensivierung der Nutzung oder Bebauung bedroht. Ohne Unterstützung und
Bewusstseinswandel schwinden die Bestände immer weiter. Im Projekt
„Urbanität und Vielfalt" ziehen die Botanischen Gärten in Potsdam,
Berlin und Marburg sowie das Umweltzentrum Dresden ausgewählte,
gartenkompatible Jungpflanzen in großer Stückzahl aus regionalem
Wildsaatgut vor und geben diese an speziellen Ausgabetagen an Bürgerinnen
und Bürger weiter. Anschließend können die Wildpflanzen im Garten, auf
dem Balkon oder einer „Arche"-Fläche wie in Berlin und Marburg
ausgepflanzt und weitergepflegt werden. Nach Bedarf und in Absprache mit
den Fachbehörden werden die vermehrten Pflanzen an den Standorten der
Wildpopulationen später wieder angesiedelt. Mit dem Projekt kann damit
der Bestand von rund 80 gefährdeten Wildpflanzenarten gestützt werden.

Ein Anliegen des Projektes ist es auch, über die handlungsorientierte
Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit viele Menschen anzusprechen und
sie für den aktiven Naturschutz zu gewinnen. Geplant sind unter anderem
Artensteckbriefe, Kultivierungsanleitungen, ein Internetauftritt und
Projektfilme. An den Projektstandorten in Berlin, Potsdam, Marburg und
Dresden werden darüber hinaus Schulungen, Exkursionen,
Biotoppflegeeinsätze sowie Informations- und Abendveranstaltungen für
Projektteilnehmende und für die Öffentlichkeit angeboten. Als
Besonderheit wird auf dem Gelände der Internationalen Gartenausstellung
(IGA) 2017 in Berlin eine öffentliche „Arche-Fläche" der beiden
Botanischen Gärten Potsdam und Berlin angelegt. Diese „Arche-Fläche"
besteht aus 900 Kleinparzellen, auf dem die Projektteilnehmenden ihre
Pflanzen aussetzen und pflegen. Das familienfreundliche Areal dient
zugleich als Treffpunkt und Ort für weitere Umweltbildungsaktivitäten.

Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt „Urbanität und
Vielfalt" in den nächsten vier Jahren mit 1,1 Millionen Euro im
Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN)
begleitet das Projekt fachlich.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter
http://biologischevielfalt.bfn.de/26347.html sowie ab Mitte April auch
unter www.UundV.de


Hintergrund
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt:
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird
seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt.
Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich
repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders
beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu
bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und
mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen
dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der
biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards
hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation
tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische
Vielfalt zu stärken.
Weitere Informationen zum Bundesprogramm:
www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler, Friederike Langenbruch und Nina
Wettern
Telefon: 030 18 305-2010
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
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