Dienstag, 14. Februar 2017

BMUB Pressedienst Nr. 056/17 -- Umweltinnovation/Pilotprojekt

Berlin, 14. Februar 2017

Umweltinnovation/Pilotprojekt
BMUB fördert umweltschonende Fahrzeugkomponenten und gummibeschichtete
Metallbänder
Ministerin Hendricks überreicht Zuwendungsbescheide an zwei Wuppertaler
Autozulieferer

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat heute Zuwendungsbescheide aus
dem Umweltinnovationsprogramm an die zwei Wuppertaler Firmen HÜHOCO und
Tigges überreicht. Mit den Fördergeldern werden die innovati-ven
Unternehmen den Stand der Technik umweltfreundlich voranbringen. Die
HÜHOCO GmbH plant, ein Verfahren zum Auftragen von Gummi auf
Me-tallbänder einzuführen, mit dem erhebliche Mengen an Lösemittel,
Kunst-stofffolien, Strom und Gas eingespart werden können. Die
vibrations- und geräuschdämpfenden Metallteile werden u.a. für Motor-
und Getriebedich-tungen sowie Dämpfungsbleche benötigt. Die Firma Tigges
GmbH und Co. KG will die Produktion hochbeanspruchter Bauteile von Diesel-
und Ottomotoren nachhaltiger gestalten.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „In Wuppertal gibt es viele
innovative Ideen für den Klimaschutz in der Industrie. Die Firmen HÜHOCO
und Tigges zeigen, wie in-dustrielle Produktionsprozesse ökologischer
gestaltet werden können. Damit sparen sie auch Ressourcen und Energie."

Die HÜHOCO GmbH beschichtet unterschiedliche Metallbänder mit Gummi. Nach
dem Stand der Technik (Walzenauftragsverfahren) wird Gummi in Lösemitteln
gelöst, bevor es in mehreren Beschichtungsvorgängen auf die
Metallbänder aufgebracht wird. Ziel des innovativen Vorhabens der HÜHOCO
ist es, in der Herstellung dieser Metallbänder erst-mals vollständig auf
Lösemittel zu verzichten. Mit dem neuen Beschichtungsverfahren können im
Vergleich zum aktuellen Stand der Technik jährlich bis zu 98 Prozent an
Lö-semitteln und Folie eingespart werden. Außerdem verringern sich der
Stromverbrauch um bis zu 67 Prozent und der Gasverbrauch um bis zu 85
Prozent. Daraus ergibt sich eine CO2-Minderung von bis zu 86 Prozent.
Für die Umsetzung dieses umfassenden Pilotprojekts stellt das
Bundesumweltministerium mehr als 2 Mio. Euro aus dem
Umwel-tinnovationsprogramm bereit.

Die TIGGES GmbH & Co. KG hat sich einem Projekt verschrieben, eine der
hochbean-spruchten Komponenten aus Diesel- und Ottomotoren in der
Herstellung zu optimieren. Der bisherige materialintensive Drehprozess aus
Stahl soll künftig in zwei Schritten er-folgen: Zunächst werden erstmals
durch Kaltumformung Rohlinge hergestellt und dann mit einer Drehmaschine
die finale Form der Komponenten erzeugt. Eine spezielle Robotik für die
Handhabung der Werkstücke sowie ein Prozessautomatisierung ermöglichen
eine Erhöhung der Taktzahl und eine deutliche Reduzierung der
Ausschussquote. Bei einer Jahresproduktion von 1,3 Mio. Komponenten
können mit dem Vorhaben gegenüber dem Stand der Technik rund zwei
Drittel an Stahl sowie 90 Prozent an Energie ein-gespart werden. Daraus
ergibt sich eine Minderung der CO2-Emissionen von bis zu 378 Tonnen pro
Jahr. Zusätzlich kann der Verbrauch an Kühl- und Schmierstoffen um mehr
als 90 Prozent reduziert werden. Für die Umsetzung des Pilotprojektes
erhält das Unter-nehmen aus Wuppertal 120.000 Euro aus dem
Umweltinnovationsprogramm.


Informationen zum Umweltinvestionsprogramm, zu Förderbedingungen und zu
geförderten Modellprojekten unter: www.umweltinnovationsprogramm.de





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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
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