Sonntag, 18. September 2016

Özcan Mutlu zum Abschluss der Paralympics in Rio

Paralympics in Rio

 

Zum Abschluss der Paralympics in Rio de Janeiro erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Sportpolitik:

 

Mit den Paralympics geht heute Nacht eine Veranstaltung zu Ende, deren Athletinnen und Athleten, die sich im sportlichen Wettbewerb fair gemessen haben, große Anerkennung und großer Respekt gebühren. In die große Freude mischt sich Schmerz: Der tragische Unfall des iranischen Radsportlers vereint alle zusammen in Trauer.

 

Die Paralympics sind immer mehr aus dem Schatten der Olympischen Spiele herausgetreten und haben sich inzwischen zu einem Sportgroßereignis entwickelt. Allen deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mit einer guten persönlichen Leistung nach Hause fahren, gratuliere ich von Herzen. Mit jeder neuen Austragung gewinnen die Paralympics an weltweiter Aufmerksamkeit. Dabei kommen die Spiele ohne den ausufernden Gigantismus der Olympischen Spiele aus. Menschen mit und ohne Behinderungen fiebern überall auf der Welt mit.

 

Gegenüber dem Tiefpunkt der Dopingbekämpfung bei den Olympischen Spielen, hat das Internationale Paralympische Komitee (IPC) mit dem Ausschluss Russlands ein deutliches Zeichen gesetzt. Dadurch wurde noch einmal klar: Die Entscheidung des IOC, russische Sportlerinnen und Sportler bei den Olympischen Spielen zuzulassen, war inkonsequent und ein vollkommen falsches Signal. Die Behauptung, ein Komplettausschluss wäre sportrechtlich nicht vertretbar, war unfundiert und offensichtlich vorgeschoben.

 

Die konsequente Antidopingpolitik sollte das IPC unbedingt weiter verfolgen und ausweiten, denn auch im Paralympischen Sport ist Doping keine Ausnahme und Russland kein Sonderfall. Das IOC sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Im zukünftigen Kampf gegen Doping ist es unbedingt nötig, die Mittel für die Welt-Anti-Dopingagentur (WADA) weiter aufzustocken, die Befugnisse der WADA zu erweitern, um ihre Handlungsfähigkeit sicherzustellen und endlich zu gewährleisten, dass diese unabhängig von Sportverbänden und Regierungen wird. 

 

Dass der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach den Paralympics fern blieb, war respektlos gegenüber den Athleten und Athletinnen.

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