Freitag, 24. Juni 2016

BMUB Pressedienst Nr. 150/16 -- Stickstoffemissionen/Umwelt

Berlin, 24. Juni 2016

Stickstoffemissionen/Umwelt
Hendricks: Wir brauchen für die Minderung der
Stickstoffemissionen eine übergreifende Strategie

Die erhöhten Emissionen reaktiver Stickstoffverbindungen, wie zum Beispiel
Nitrat im Grund- und Oberflächenwasser oder Stickoxide und Ammoniak in
der Luft, gehören zu einem der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit.
Dennoch werden sie vergleichsweise wenig beachtet. Um den Problemen
begegnen zu können und dem Thema mehr Gewicht in der umweltpolitischen
Debatte zu geben, erarbeitet das Bundesumweltministerium eine nationale
Strategie zur Minderung reaktiver Stickstoffverbindungen in Wasser, Luft
und Boden.

Bundesumweltministerin Barbra Hendricks: „Wir haben uns zur Aufgabe
gemacht, eine nationale Stickstoffminderungsstrategie zu erarbeiten, um
die schädlichen Emissionen zum Schutz von Mensch, Natur und Umwelt auf
ein umweltverträgliches Maß zu reduzieren. Die bestehenden
Minderungsmaßnahmen haben bisher nicht zu einer ausreichenden Reduzierung
der Emissionen geführt. Infolge dessen sind wir mit verschiedensten
Vertragsverletzungsverfahren der EU konfrontiert. Wir brauchen eine
sektorenübergreifende integrierte Strategie, mit der wir darlegen, wie
wir das Problem in den Griff bekommen wollen."

Die jährliche Umwandlungsrate in reaktiven Stickstoff durch anthropogene
Prozesse hat sich in den vergangenen 100 Jahren in Europa vervierfacht und
zwar hauptsächlich durch die Herstellung mineralischer Dünger und
Verbrennung von Treib- und Brennstoffen. So stehen EU-weit dem Nutzen
mineralischer Dünger durch zusätzliche Ernteerträge, die
schätzungsweise zwischen 20 und 80 Milliarden Euro pro Jahr liegen,
Schäden in Form gesellschaftlicher Kosten gegenüber, die
schätzungsweise zwischen 70 und 320 Milliarden Euro liegen. 60 Prozent
davon beziehen sich auf gesundheitliche Schäden, 35 Prozent auf Schäden
an Ökosystemen und 5 Prozent auf Auswirkungen auf das Klima.

Um eine breite Diskussion über das Thema Stickstoffminderung anzustoßen,
hat das Bundesumweltministerium in dieser Woche zu zwei Dialogforen
eingeladen, auf denen verschiedene Interessenvertreter Handlungsoptionen,
Interessenkonflikte und Synergien diskutierten. Das erste Forum stand
unter dem Titel „Stickstoffemissionen deutlich mindern: Wie können wir
Mobilität, Energie und Wohnen stickstoffarm gestalten?"



Das zweite Dialogforum befasste sich mit dem Thema „Wie können wir uns
stickstoffarm ernähren und gesund leben?" An den Foren nahmen
Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Verkehr, Energiewirtschaft,
Gesundheitswesen, Verbraucherschutz sowie von verschiedenen Natur- und
Umweltschutzorganisationen teil.

Für Juli und September sind zwei weitere Foren geplant. Die Ergebnisse der
Gespräche werden in die Stickstoffminderungsstrategie einfließen und im
Internet des BMUB veröffentlicht.

Weitere Informationen sind unter
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abrufbar.


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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
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