Mittwoch, 15. Juni 2016

BMUB-Pressedienst Nr. 137/16 – Nanotechnologie

Berlin, 15. Juni 2016

Nanotechnologie

Schwarzelühr-Sutter: „Chancen und Risiken der
Nanotechnologie verantwortungsvoll abwägen"

Nanodialog der Bundesregierung wird 10 Jahre

Der Nanodialog der Bundesregierung trägt in Deutschland zu einem
verantwortlichen Umgang mit der Nanotechnologie bei. So wird das
Vorsorgeprinzip bei vielen technischen Innovationen in diesem Bereich
direkt integriert. Für 300 Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft,
Behörden und Verbände ist der Nanodialog die zentrale Austauschplattform
zu Fragen dieser Technologie geworden. Zu seinem zehnjährigen Bestehen
sagt die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter:
„Dieser Dialog hat zu einer Versachlichung der Debatte geführt.
Ausschlaggebend dafür ist, dass die Chancen und möglichen Risiken der
Nanotechnologie immer zugleich abgewogen werden."
Nanotechnik gewinnt bei der Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen
zunehmend an Bedeutung. Nanotechnisch optimierte Kunststoffe können etwa
das Gewicht bei Autos oder Flugzeugen senken und somit helfen, Treibstoff
zu sparen. Neue, nanotechnisch optimierte Lampen - so genannte Licht
emittierende Dioden (LED) - haben eine hohe Lebensdauer, wandeln den
elektrischen Strom effizienter in Licht um und sparen somit Energie. Dies
sind nur zwei Beispiele aus einer rasch wachsenden Zahl von Produkten, die
sich auf Umwelt und Wirtschaft vorteilhaft auswirken können. Wenn die
synthetischen Nanomaterialien vermehrt eingesetzt werden, gelangen sie
allerdings auch häufiger in Böden, ins Wasser oder in die Luft. Wie sie
in der Umwelt wirken, und ob sie gesundheitliche Risiken für den Menschen
nach sich ziehen können, muss noch weiter untersucht werden. Die
Kennzeichnung von Nanomaterialien – die EU-rechtlich geregelt wird –
gilt derzeit für Lebensmittel, Kosmetika und Farben mit
Biozidwirkstoffen. Wenn diese Produkte Nanomaterialien enthalten, muss
dies angegeben werden.
Schwarzelühr-Sutter: „Das Bundesumweltministerium setzt sich dafür ein,
dass alles Notwendige getan wird, damit der Umgang mit diesen modernen
Technologien verantwortungsvoll geschieht und diese für Mensch und Umwelt
anwendungssicher sind." Insbesondere fehle es an einer Anpassung der
europäischen Chemikalienverordnung REACH an die Belange von synthetischen
Nanomaterialien. „Viele Staaten erwarteten seit längerer Zeit einen
entsprechenden konkreten Vorschlag der Europäischen Kommission",
betonte die Parlamentarische Staatssekretärin. Gleichzeitig dürfe die
Verantwortung der Hersteller und Anwender für die Sicherheit der
Technologie nicht aus dem Auge verloren werden
Die Themen der Fachkonferenzen deckten in den vergangen Jahren zahlreiche
Anwendungsfelder ab: Von Nanomedizin, Nanoabfall über Nachverfolgbarkeit
und Transparenz von Nanomaterialien bis hin zu Chancen und möglichen
Risiken in Verbraucherprodukten, analysiert am Beispiel des
Lebensmittelbereiches. In diesen Konferenzen wurden die Themen jeweils
transparent und offen miteinander diskutiert. Schwarzelühr-Sutter: „Nur
der transparente Umgang mit Erkenntnissen zur Nanotechnologie, der
kontinuierliche Austausch der unterschiedlichen Stakeholder sowie eine
rasche Bereitstellung wichtiger Informationen durch die Unternehmen
können die gesellschaftliche Akzeptanz der Nanotechnologie auf Dauer
sichern."
Auf Wunsch aller beteiligten Stakeholder wird der Dialog unter
Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit die kommenden Jahre weitergeführt.

Weitere Informationen
Alle Ergebnisse des NanoDialogs der Bundesregierung sind unter
www.bmub.bund.de/themen/gesundheit-chemikalien/nanotechnologie/nanodialog/
zu finden.

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMUB Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

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