Dienstag, 26. April 2016

BMUB Pressedienst Nr. 090/16 - Konsum/Ressourcenverbrauch

Berlin,26. April 2016

Konsum/Ressourcenverbrauch
Hendricks will deutlich weniger Plastiktüten

Der Verbrauch an Plastiktüten soll in den kommenden zehn Jahren fast
hal-biert werden. Das ist das Ziel einer freiwilligen Vereinbarung
zwischen dem Handelsverband Deutschland (HDE) und Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks. Die teilnehmenden Unternehmen sagen darin zu,
Kunststofftragetaschen zukünftig nur noch gegen ein Entgelt abzugeben.
Weitere Handelsverbände und Unternehmen haben bereits erklärt, sich an
der Vereinbarung zu beteiligen.

Barbara Hendricks: „Plastiktüten sind oft überflüssig und sie könnten
durch wiederverwendbare Tragetaschen ersetzt werden. Der Verbrauch kann
und muss weiter gesenkt werden. Das spart Ressourcen und fördert einen
nachhaltigen Umgang mit Plastikverpackungen."

Eine neue EU-Richtlinie, die im Mai 2015 in Kraft getreten ist, sieht vor,
den Verbrauch sogenannter „leichter Kunststofftragetaschen" mit einer
Wandstärke bis zu 50 Mikrometer bis zum Ende des Jahres 2019 auf
höchstens 90 Stück und bis Ende des Jahres 2025 auf höchstens 40 Stück
pro Einwohner und Jahr zu verringern. In Deutschland liegt der Verbrauch
zurzeit bei 71 Stück pro Person und Jahr.

Deutschland setzt diese Vorgaben vorerst mit einer freiwilligen
Vereinbarung zwischen dem Handel und dem Bundesumweltministerium um. Diese
tritt zum 1. Juli 2016 in Kraft und bezieht auch Plastiktüten über 50
Mikrometer Wandstärke ein. Ausgenommen sind sehr leichte Plastiktüten,
die zum Beispiel für Obst und Gemüse benutzt werden. Hendricks: „Wir
werden genau hinschauen, wie gut die Vereinbarung umgesetzt wird.
Spätestens nach zwei Jahren muss gewährleistet sein, dass mindestens 80
Prozent der gehandelten Tüten, nur noch gegen ein Entgelt abgegeben
werden." Der Handel verpflichtet sich darüber hinaus, jährlich einen
unabhängigen Monitoring-Bericht zum Erfolg seiner Maßnahmen vorzulegen.

Nach zwei Jahren prüft das Bundesumweltministerium, ob das langfristige
Reduktionsziel der EU-Richtlinie erreicht werden kann. Sollte dies nicht
möglich sein, kann das Bundes-umweltministerium von seiner Möglichkeit
Gebrauch machen, die Vereinbarung zu kündigen und durch eine
ordnungsrechtliche Maßnahme zu ersetzen.

Weitere Informationen:
Häufig gestellt Fragen und Antworten
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Originaltext der Vereinbarung www.bmub.bund.de/N53021

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