Mittwoch, 23. März 2016

Tabea Rößner zur Filmförderung

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18. WP - 23.03.2016

 

 
Filmförderung: Falsche Machtverhältnisse werden zementiert
 
Zum heutigen Kabinettsbeschluss zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:
 
Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat auf halber Strecke der Mut verlassen. Die Reform des Filmförderungsgesetzes wird den Ansprüchen nicht gerecht: Kreative werden in den Entscheidungsgremien zugunsten der ohnehin mächtigen Verleiher an den Rand gedrückt. Chancengleichheit soll allein durch paritätisch besetzte Gremien erreicht werden. Wir fordern echte Geschlechtergerechtigkeit in der Filmförderung mit klaren Zielvorgaben. Nachbesserungsbedarf besteht zudem bei den sozialen Standards für Arbeitnehmer und Freie in der Filmbranche.
 
Sogar vor den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern ist die Staatsministerin eingeknickt: Die Erhöhung ihrer Filmabgabe hat sie wieder stark zurückgenommen. Auch der originelle Ansatz, den Zuschauererfolg deutscher Filme im Ausland in die Referenzförderung einfließen zu lassen, wurde wieder verworfen.
 
Sehr freuen wir uns darüber, dass unser hartnäckiges Bohren in Sachen Transparenz gefruchtet hat: Endlich steht im Gesetz, dass die Filmförderungsanstalt (FFA) auch zu einzelnen Titeln Informationen wie deren Herstellungskosten, Erlöse und Rückzahlungen publik machen darf. Das war überfällig.
 
Unverständlich bleibt allerdings, warum der Regierungsentwurf die Macht des Vorstands der FFA weiter ausbaut und der Filmbranche damit kommuniziert: Juristen wissen am besten, was für den Film gut ist. Das sehen wir anders: Die Kreativen sollten den Ton angeben.
 
 
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