Donnerstag, 14. Januar 2016

BMUB Pressedienst Nr. 005/16 -- Atom/Schweiz

BMUB-Pressedienst Nr. 005/16
Berlin, 14. Januar 2016

Atom/Schweiz


Schwarzelühr-Sutter besorgt über Sicherheitskultur im Atomkraftwerk
Leibstadt

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita
Schwarzelühr-Sutter, hat sich besorgt gezeigt über ein Ereignis mit
sicherheitstechnischer Relevanz im Atomkraftwerk Leibstadt in der Schweiz.
Wie jetzt öffentlich bekannt wurde, war in dieser Anlage das
Notstandssystem über 11 Tage hinweg nicht verfügbar. Ursache dafür war
ein Fehler im Instandhaltungsprogramm. Der Vorfall ereignete sich bereits
2014.

Rita Schwarzelühr-Sutter: "Die Vorgänge im AKW Leibstadt sind Indizien
für eine unzureichende Sicherheitskultur. Es zeigt sich erneut, dass beim
Betrieb von Atomanlagen Fragen der Sicherheitskultur viel stärker in den
Blick genommen werden müssen, als das bisher der Fall ist." Das
Atomkraftwerk steht nur knapp 2 Kilometer vom deutschen Ort
Waldshut-Tiengen entfernt.

Bei einem monatlichen Systemfunktionstest gab es 2014 Startversagen der
Grundwasserpumpen, die das Notstandsystem mit Kühlwasser versorgen.
Ursache für die Ausfälle waren Fehler an den elektrischen
Leistungsschaltern der beiden Grundwasserpumpen. Nach Angaben der
zuständigen Atomaufsichtsbehörde in der Schweiz, ENSI, wurden die
Ausfälle durch eine unzureichende Wartungsplanung in Kombination mit
einer Überschreitung der Wartungsintervalle begünstigt.

Ein Fehler im EDV-Instandhaltungsprogramm hatte 2014 dazu geführt, dass
die Grundwasserpumpen, die das Notstandsystem mit Kühlwasser versorgen,
nicht gewartet wurden. Daher konnte das Versagen eines elektrischen
Leistungsschalters nicht erkannt werden. Dies hätte im Notfall zum
Ausfall zweier Grundwasserpumpen, die das Notstandsystem mit Kühlwasser
versorgen, geführt.

Das Notstandsystem kommt zum Einsatz, wenn im Falle eines Unfalls alle
vorhandenen Notkühlsysteme ausgefallen sind. Dieses System ist dann für
die Wärmeabfuhr aus dem Reaktor verantwortlich. Dabei wird Brunnenwasser
zur Kühlung der Systeme des Notstandssystems benötigt. Das System hätte
im Anforderungsfall nicht funktioniert.

Zuvor war schon bekannt geworden, dass Löcher im Containment des AKW
Leibstadt durch unsachgemäßes Anbringen eines Feuerlöschers verursacht
wurden.

----------------------------------------------------------------------------
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMUB Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

----------------------------------------------------------------------------
Diese Nachricht erhalten Sie aufgrund Ihres Eintrags in unserer
Mailing-Liste. Wenn Sie diesen Service nicht mehr in Anspruch
nehmen möchten oder sich Ihre E-Mail-Adresse geändert hat, nutzen
Sie den Abmelde-Service:
http://www.bmub.bund.de/newsletter-abmelden/

----------------------------------------------------------------------------
Dies ist eine automatisch erzeugte E-Mail. Antworten Sie bitte nicht an
die Absenderadresse, sondern nutzen Sie für Ihre Mitteilungen das
Kontaktformular auf der Internetseite:
www.bmub.bund.de/kontakt

Keine Kommentare: