Montag, 21. Dezember 2015

BMUB Pressedienst Nr. 350/15 -- Umwelt/Pilotprojekt

Berlin, 21. Dezember 2015

Umwelt/Pilotprojekt
Bundesumweltministerium fördert innovative Schmiedepresse mit 2,8
Millionen Euro

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita
Schwarzelühr-Sutter, hat heute einen Zuwendungsbescheid über 2,8
Millionen Euro an die Hammerwerk Fridingen GmbH übergeben. Mit dieser
Förderung aus dem Umweltinnovationsprogramm wird das Unternehmen mit Sitz
in
Fridingen (Baden-Württemberg) eine neuartige Servoschmiedepressenlinie in
Betrieb nehmen, die energieeffizient und ressourcenschonend arbeitet.

Die Hammerwerk Fridingen GmbH ist im Bereich der Umform- und
Bearbeitungstechnik tätig. Zur Produktpalette gehören Teile für
Straßen- und Schienenfahrzeuge, den Maschinenbau, die Luftfahrt und
weitere Industriezweige.

Bislang werden die Stahl-Schmiederohlinge nach dem Zuschnitt im
Induktionsofen auf bis zu 1.250 Grad Celsius erwärmt, um anschließend in
einer Gesenkschmiede umgeformt zu werden. Dabei werden sie zwischen zwei
Gesenkhälften in Form gepresst. Für den Umformprozess werden bevorzugt
Exzenterschmiedepressen mit Schwungradantrieb verwendet. Der
Bewegungsablauf des oberen Werkzeuges ist fest vorgegeben. Die Auftreff-
und Umformgeschwindigkeit sowie die lange Druckberührzeit im unteren
Totpunkt führen zu hohem Werkzeugverschleiß und Produktionsausschuss.
Bei einer Servopresse kann die Kinematik in weiten Grenzen variiert und
optimal an den Prozess angepasst werden.

Das Unternehmen plant nunmehr, den konventionellen Schmiedeprozess durch
eine innovative Servoschmiedepressenlinie zu ersetzen. Kern ist dabei eine
neu entwickelte und energieeffiziente Servoschmiedepresse. Diese arbeitet
genauer und ermöglicht längere Werkzeugstandzeiten. Als nachgelagerter
Prozess sollen die geschmiedeten Bauteile, anstatt bisher separat,
integriert in-line wärmebehandelt werden. Hierbei werden die optimalen
Bauteileigenschaften eingestellt. Der aus dem Produktionsprozess
resultierende Wärmgehalt der Schmiedebauteile wird für die
Wärmebehandlung genutzt und so das bisherige Abkühlen und
Wiederaufheizen vermieden. Weiterhin soll der Induktionsofen mit der
Hallenheizung gekoppelt werden, um die Abwärme des Ofens für Heizzwecke
zu nutzen.

Im Vergleich zur konventionellen Produktion ergeben sich jährliche
Energieeinsparungen von 13.912 Megawattstunden und Materialeinsparungen
von 746 Tonnen Stahl im Jahr. Insgesamt ergibt sich so eine jährliche
CO2-Minderung von 3.223 Tonnen.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische
Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss
über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter
haben.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Vorhaben unter:
http://www.umweltinnovationsprogramm.de/projekte

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMUB Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

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