Mittwoch, 16. Dezember 2015

BMUB Pressedienst Nr. 347/15 -- Umwelt/Pilotprojekt

Berlin, 16. Dezember 2015

Umwelt/Pilotprojekt
Bundesumweltministerium fördert innovative Schneidtechnologie für
hochfeste Werkstoffe

Der Zuschnitt hochfester Werkstoffe wie Stein, Keramik und Metall ist
energie- und zeitaufwändig – und mit problematischen Emissionen
verbunden. Hier setzt ein neues Umweltinnovationsprojekt des
Bundesumweltministeriums an, das in Zusammenarbeit von einem Unternehmen
in Vettelschoß (Rheinland-Pfalz) umgesetzt wird. Die Kalenborn Kalprotect
GmbH & Co. KG wird eine neuartige Wasserstrahl-Schneidanlage errichten.
Das Bundesumweltministerium fördert die Pilotanlage mit 108.000 Euro aus
dem Umweltinnovationsprogramm.

Kalenborn ist ein weltweit führender Unternehmensverbund im Bereich des
universellen Verschleißschutzes. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte
Verschleißschutzlösungen an. Die Basis bildet ein breites Spektrum an
mineralischen, keramischen und metallischen Werkstoffen. Bislang erfolgten
die Zuschnitte dieser Werkstoffe je nach Material mit einer
Diamant-Handkreissäge, durch einen Formenbau mit nachgelagerter Gießerei
oder durch Plasmaschneiden. Die Zuschnitte per Handkreissäge und über
den Formenbau sind sehr zeitaufwändig. Das bei metallischen Werkstoffen
bevorzugt angewendete Plasmaschneideverfahren ist sehr energieaufwändig
und mit problematischen Emissionen durch verdampfendes Metall sowie
höheren Schneidabfällen verbunden.

Das Unternehmen wird eine neuartige Schneidtechnologie einführen, die mit
Wasserstrahl in Kombination mit einem neu entwickelten Schneidmittel eine
bis zu fünffache Schnittleistung gegenüber herkömmlichen
Wasserstrahlschneidanlagen erzielt. Das Schneidmittel besteht aus einer
Mischung aus neuwertigem Korund, recyceltem Korund und Granat. Im
Vergleich zum Plasmaschneiden können damit künftig etwa 1.200 bis 2.400
Kilogramm schwermetallhaltigen Staubs pro Jahr vermieden werden. Außerdem
fällt 1.400 bis 2.800 Kilogramm weniger Schneidabfall pro Jahr an. Da der
Schneidabfall keine giftigen Stoffe enthält, kann er zudem recycelt und
muss nicht deponiert werden. Der zum Schneiden verwendete Korund sowie der
Materialabrieb sollen aus dem im Kreislauf geführten Wasser abgeschieden
und selbst als Rohstoff für Verschleißschutzwerkstoffe verwertet werden.
Das Wasser wird nach Filterung in den Produktionsprozess zurückgeführt.

Ein weiterer Vorteil der maschinellen Schneidtechnologie sind neben der
immer wieder-kehrenden Präzision und Qualität der Schnittergebnisse die
verbesserten Arbeits- und Sicher-heitsbedingungen gegenüber dem
Handschneiden.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische
Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss
über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter
haben.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Vorhaben unter:
http://www.umweltinnovationsprogramm.de/projekte


Das BMUB auf Twitter: @bmub

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
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