Dienstag, 8. Dezember 2015

BMUB-Pressedienst Nr. 341/15 – Atom/Castoren

Berlin, 08. Dezember 2015

Atom/Castoren
Bund und Bayern erzielen Einigung zur Rücknahme
von Castor-Behältern

Der Bund und der Freistaat Bayern betrachten die Rückführung der
radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und
Großbritannien übereinstimmend als gesamtstaatliche Aufgabe.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Bayerische
Ministerpräsident Horst Seehofer verständigten sich bei einem
Spitzengespräch in München darauf, dass ein Teil der rückzuführenden
26 Castorbehälter im Standortzwischenlager Isar eingelagert wird.

Das Bundesumweltministerium und die Energieversorgungsunternehmen (EVU)
hatten sich im Juni auf gemeinsame Eckpunkte für die Rückführung der
Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich
und England verständigt. Das Konzept sieht vor, dass die 26
Castor-Behälter auf insgesamt vier Zwischenlager verteilt werden sollen.
Nachdem bereits Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen zugesagt
hatten, ebenfalls einen Teil der Castoren zu übernehmen, kann das Konzept
nunmehr umgesetzt werden.

Ministerpräsident Horst Seehofer: „Tragfähige Lösungen für die
großen Herausforderungen unserer Zeit findet man nur im Konsens. Die
sichere Lagerung und Zwischenlagerung von Relikten aus der Zeit der
Atomenergie ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Bayern wird hier
selbstverständlich Mitverantwortung übernehmen."

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Ich danke dem Bayerischen
Ministerpräsidenten Horst Seehofer für seine konstruktive Haltung. Wir
haben den Ausstieg aus der Atomenergie im breiten politischen und
gesellschaftlichen Konsens beschlossen. Ebenso müssen wir jetzt auch die
Altlasten, die aus der Nutzung der Atomenergie entstanden sind, gemeinsam
abarbeiten. Dafür haben wir nun eine gute Grundlage geschaffen."

In einer von beiden Seiten unterzeichneten Erklärung bekräftigen das
Bundesumweltministerium und Bayern, dass das von Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks vorgelegte Konzept für die Rückführung nunmehr durch
die Energieversorgungsunternehmen konsequent umgesetzt werden soll. Darin
ist vorgesehen, dass im Standortzwischenlager Philippsburg in
Baden-Württemberg die fünf Behälter mit verglasten radioaktiven
Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in La Hague/Frankreich aufbewahrt
werden sollen. Auf die Zwischenlager an den Standorten Biblis (Hessen),
Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) sollen jeweils 7 Castoren
mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in
Sellafield/Großbritannien verteilt werden.

Die Rückführung soll entsprechend der Vertragslage der deutschen EVU mit
den ausländischen Wiederaufarbeitungsunternehmen sukzessive erfolgen.
2017 ist zunächst der Transport der fünf Behälter aus Frankreich
geplant, ab 2018 bis 2020 sollen drei Transporte aus Großbritannien
erfolgen. Die Anträge auf Transport und Einlagerung der Castor-Behälter
müssen die EVU stellen. Die Genehmigungsverfahren laufen beim Bundesamt
für Strahlenschutz (BfS).

Die gemeinsame Erklärung finden Sie unter: www.bmub.bund.de/N52662

Das BMUB auf Twitter: @bmub

----------------------------------------------------------------------------
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMUB Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

----------------------------------------------------------------------------
Diese Nachricht erhalten Sie aufgrund Ihres Eintrags in unserer
Mailing-Liste. Wenn Sie diesen Service nicht mehr in Anspruch
nehmen möchten oder sich Ihre E-Mail-Adresse geändert hat, nutzen
Sie den Abmelde-Service:
http://www.bmub.bund.de/newsletter-abmelden/

----------------------------------------------------------------------------
Dies ist eine automatisch erzeugte E-Mail. Antworten Sie bitte nicht an
die Absenderadresse, sondern nutzen Sie für Ihre Mitteilungen das
Kontaktformular auf der Internetseite:
www.bmub.bund.de/kontakt

Keine Kommentare: