Dienstag, 1. Dezember 2015

BMUB-Pressedienst Nr. 330/15 – Klimaschutz/Finanzen

Berlin, 01. Dezember 2015

Klimaschutz/Finanzen
Gebrauchsanweisung für klimaverträgliche Investitionen
Deutschland präsentiert neue Studie in Paris

Wie können Entwicklungsbanken und andere Investoren bewerten, ob eine
Anlage klimaverträglich ist oder nicht? Antworten auf diese Frage liefert
eine neue Studie, die im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft
entstanden ist. Das Papier wurde heute am Rande der Weltklimakonferenz in
Paris vorgestellt.

Konkret geht es um Kriterien, die öffentliche wie private Investoren als
Orientierung nutzen können, um sicherzustellen, dass ihre Investitionen
einen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf unter 2°C
leisten.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Immer mehr Investoren erkennen
inzwischen, dass die Politik es ernst meint mit der Dekarbonisierung und
ziehen ihre Konsequenzen daraus. Gerade der G7-Gipfel hat dies deutlich
gemacht. Aber was genau die 2°C-Obergrenze in der Praxis für einzelne
Investitionsentscheidungen bedeutet, ist vielen noch nicht klar. Die
Studie gibt hier wichtige und praxistaugliche Orientierung."

Aus verschiedenen 2°C-Szenarien leiten die ForscherInnen eine
Kategorisierung möglicher Investitionen ab. So werden Investitionen in
erneuerbare Energien, Energiespeicher und kohlenstoffarme Transportwege
und -mittel, die wichtige Bausteine sind, um die globale Erderwärmung auf
unter 2°C zu begrenzen, einer Positivliste zugeordnet.

Zu einer Negativliste gehören hingegen Investitionen in den Neubau
konventioneller Kohlekraftwerke, die wissenschaftlichen Szenarien zufolge
grundsätzlich nicht mit der 2°C-Obergrenze kompatibel sind.

Doch auch für die Vielzahl von Investitionen, die sich in der Grauzone
zwischen diesen Polen bewegen, gibt die Studie Orientierung und schafft
damit einen wichtigen Mehrwert. Denn die meisten Investitionen sind keiner
Positiv- oder Negativliste zuzuordnen, sondern müssen im Kontext
betrachtet werden. Beispielsweise sind Investitionen zur Steigerung der
Energieeffizienz nur dann mit der 2°C-Obergrenze kompatibel, wenn sie
hinreichend ambitioniert sind. Gaskraftwerke hingegen sind ein wichtiger
Pfeiler, um während einer Energiewende Schwankungen bei der
Stromproduktion aus Erneuerbaren auszugleichen; ein Energiesystem, das zu
100 % aus Gaskraftwerken besteht, wäre aber nicht mit der 2°C-Obergrenze
kompatibel.

Auch für die Sektoren Energie, Gebäude und Transport leiten die
ForscherInnen beispielhaft spezifische Vorgaben dazu ab, wie aus dem
globalen Klimaziel auch für diese Bereiche klare Orientierung gegeben
werden kann.

Die primäre Zielgruppe des Berichts sind Entwicklungsbanken. Um ihre
Praxistauglichkeit sicherzustellen wurden die Kriterien und Empfehlungen
mit öffentlichen wie privaten Investoren konsultiert.

Die Studie finden Sie unter
www.bmub.bund.de/N52627

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
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