Freitag, 6. November 2015

BMUB-Pressedienst Nr. 301/15 - Strahlenschutz/Bundesrat

Berlin, 06. November 2015

Strahlenschutz/Bundesrat
Höherer Schutz vor radioaktiven Stoffen im Trinkwasser
Bundesrat stimmt Änderung der Trinkwasserverordnung zu

Der Schutz des Trinkwassers in Deutschland wird weiter erhöht: Künftig
wird das Trinkwasser umfassend auf Gehalte an radioaktiven Stoffen
untersucht und überwacht. Einer entsprechenden Verordnung hat heute der
Bundesrat zugestimmt. Die Verordnung, die vom Bundesgesundheitsministerium
im Einvernehmen mit dem Bundesumweltministerium erlassen wird, tritt noch
im November in Kraft. Mit der Verordnung werden europäische Vorgaben
fristgerecht umgesetzt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Unser Trinkwasser hat eine
sehr hohe Qualität. Mit der neuen Verordnung wird sichergestellt, dass
Belastungen mit Radionukliden, die im Einzelfall im Trinkwasser auftreten
können, erkannt und beseitigt werden können. Damit wird dem
Gesundheitsschutz höchste Priorität eingeräumt und auch in diesem
Bereich das Vorsorgeprinzip des Strahlenschutzes gewährleistet."

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Qualitativ hochwertiges
Trinkwasser ist eine grundlegende Voraussetzung für ein gesundes Leben.
Deshalb ist eine strenge Überwachung ganz wichtig, um unnötige
Belastungen zu vermeiden."

Mit der Änderung der Trinkwasserverordnung werden Anforderungen an die
Messung und Überwachung der Trinkwasserqualität im Hinblick auf
künstliche und natürliche radioaktive Stoffe festgelegt. Vorgegeben
werden Parameterwerte für Radon, für Tritium und für die Richtdosis
einschließlich der Radonfolgeprodukte Blei-210 und Polonium-210.

Die Strahlenbelastung durch radioaktive Stoffe im Trinkwasser ist in
Deutschland im Durchschnitt als sehr gering einzuschätzen. Jedoch kann
Trinkwasser je nach Geologie des Untergrunds einen erhöhten Gehalt an
natürlichen radioaktiven Stoffen enthalten. Das belegt auch eine Studie
des Bundeamtes für Strahlenschutz (BfS). Das BfS hatte hierzu ein
umfangreiches Untersuchungsprogramm durchgeführt, dessen Ergebnisse 2009
veröffentlicht wurden. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die
Schwankungsbreite der Konzentration natürlicher Radionuklide im
Trinkwasser sehr groß ist und daher ein Bedarf für rechtsverbindliche
Vorsorgemaßnahmen besteht.

Radioaktive Stoffe künstlichen Ursprungs sind allenfalls durch
unkontrollierte Freisetzungen z.B. aus dem Umgang mit solchen Stoffen in
Medizin, Forschung und Technik wie bei der Nutzung von Atomenergie
denkbar.

Die neuen Regelungen in der Trinkwasserverordnung erhöhen weiter die
Sicherheit des Trinkwassers in Deutschland in Bezug auf radioaktive
Stoffe.




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