Montag, 17. August 2015

BMUB-Pressedienst Nr. 202/15 - Artenschutz

Berlin, 17. August 2015

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz



Bundesumweltministerium fördert den grenzübergreifenden Schutz des
Goldenen Scheckenfalters

Mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums setzen sich
Naturschutzver-bände und Landkreise für den Schutz von Lebensräumen
bedrohter Arten ein. Dazu gehört jetzt auch ein Grenzgebiet von Bayern,
Sachsen und Tschechien, in dem der äußerst selten gewordene Goldene
Scheckenfalter seine Zuflucht hat. Aus Mitteln des Bundesprogramms
Biologische Vielfalt des BMUB werden die Lebensräume dieser stark
gefährdeten Falterart verbessert, erweitert und mit-einander verbunden.

Obwohl der Goldene Scheckenfalter in ganz Deutschland stark gefährdet und
in Sachsen sogar vom Aussterben bedroht ist, verfügt Deutschland über
die weltweit noch größten Populationen dieser Insektenart. Deshalb
tragen wir hierzulande auch eine besondere Verantwortung für den
langfristigen Erhalt der Art. Im Projektgebiet sollen die letzten
sächsischen und nordbayerischen Vorkommen des Goldenen Scheckenfalters
gestützt werden.

Weil der kleine Geselle sich am liebsten von dem gewöhnlichen
Teufelsabbiss (Succisa pra-tensis) ernährt, soll diese Pflanze in
geeigneten Lebensräumen gezielt gefördert werden, während die
Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus), die als invasive verwilderte
Gar-tenpflanze diese wichtige Nahrungsquelle des Schmetterlings vielerorts
verdrängt hat, dezi-miert werden soll. Außerdem soll hochwertiges
Feucht- und Magergrünland wiederhergestellt werden. Dies nutzt nicht nur
dem Goldenen Scheckenfalter, sondern dient auch einer Viel¬zahl weiterer
gefährdeter Arten als Lebensraum. Veränderungen der Falterpopulationen
auf¬grund der Maßnahmen werden im Verlauf des Projektes durch
Schmetterlingsexperten konti¬nuierlich beobachtet und analysiert.

Gefördert wird das Projekt mit dem Titel „Sicherung, Optimierung,
Erweiterung sowie Vernet-zung der Lebensräume des Goldenen
Scheckenfalters (Euphydryas aurinia) nahe des Grünen Bandes an der
Landesgrenze Bayern-Sachsen und der Grenze zur Tschechischen Republik"
aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit Mitteln des
Bundesumweltministeriums in Höhe von insgesamt 860.000 Euro.
Kooperationspartner auf tschechischer Seite ist der Na-turschutzverband
Ametyst, der Flächensicherungen und Pflegemaßnahmen vorantreibt und eng
in die inhaltliche Ausgestaltung des Projektes eingebunden ist.

Das Bundesamt für Naturschutz begleitet das Naturschutzprojekt fachlich
als Bewilligungsbe-hörde, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
als Projektträger. Weitere Förderge¬ber sind der Bayerische
Naturschutzfonds sowie das Sächsische Ministerium für Umwelt und
Landwirtschaft. Träger des Scheckenfalter-Projektes sind der Bund
Naturschutz in Bayern sowie das Landratsamt Vogtlandkreis.

Weitere Informationen zum Projekt unter:
http://www.biologischevielfalt.de/22879.html

Hintergrund
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird
seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt.
Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich
repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders
beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu
bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und
mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen
dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der
biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards
hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommunikation
tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische
Vielfalt zu stärken:
http://www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMUB Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

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