Donnerstag, 25. Juni 2015

BMUB-Pressedienst Nr. 151/15 - Artenschutz

Berlin, 25. Juni 2015


Gemeinsame Pressemitteilung mit BfN und Zoll

Hendricks warnt vor verbotenen Urlaubs-Souvenirs
• Zoll beschlagnahmt jährlich mehrere 10.000 Mitbringsel:
• Smartphone App „Zoll und Reise" und www.artenschutz-online.de
schützen vor unliebsamen Überraschungen bei der Rückkehr

Das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Bundesfinanzministerium (BMF)
warnen Urlauber vor unerlaubten Reise-Souvenirs, die von geschützten
Tier- und Pflanzenarten stammen. „Auch 40 Jahre nach Inkrafttreten des
Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) ignorieren noch immer
viele Touristen die geltenden Einfuhrverbote, die nicht nur für lebende
Tiere oder Pflanzen gelten. Auch die Einfuhr von Teilen geschützter
Exemplare und daraus gewonnenen Erzeugnissen ist nicht erlaubt", sagte
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks heute beim Besuch des Zollamtes
am Düsseldorfer Flughafen.

„Regelmäßig während der Reisezeit schnellen die Beschlagnahmezahlen
bei den Zollämtern in die Höhe, weil immer noch viele Touristen
Souvenirs von geschützten Tieren und Pflanzen aus dem Urlaub
mitbringen", berichtete Hans-Josef Haas, Präsident der
Bundesfinanzdirektion West. Allein im letz¬ten Jahr habe der Zoll an
deutschen Flughäfen bei etwa 1.000 Beschlagnahmen über 70.000
Gegenstände sichergestellt. In mehr als 90 Prozent dieser Fälle waren
Touristen betroffen, die unerlaubte Mitbringsel im Gepäck hatten: Lebende
Schildkröten, Steinkorallen, Elfenbein¬schnit¬zereien, Erzeugnisse aus
Reptilienleder, Kobras in Alkohol, Orchideen, Kakteen, Stör¬kaviar oder
Arzneimittel mit Bestandteilen geschützter Tiere und Pflanzen: Die Liste
der be-schlagnahmten Gegenstände ist nach Verabschiedung des
Washingtoners ArtenschutzŸber-einkommen (CITES) vor 40 Jahren noch
immer viel zu lang.

Die häufigste Entschuldigung der Ertappten lautet: „Davon habe ich
nichts gewusst!" In der Tat: „Vielen Urlaubern ist überhaupt nicht
bewusst, dass manche Waren aus geschützten Arten nur produziert oder
gewildert werden, weil es eine kontinuierliche Nachfrage durch Touristen
gibt, die den Markt bestimmt", so Bundesumweltministerin Barbara
Hendricks.

Zwar kann man Reptilienleder heute auch von speziellen Farmen erhalten, und
Kakteen und Orchideen können in Gärtnereien vermehrt werden. Da man dies
aber dem einzelnen Gürtel oder der Pflanze nicht ansehen kann, schreibt
das CITES-Abkommen genau vor, dass für den Transport über die Grenzen
Genehmigungen erforderlich sind – auch für gezüchtete oder künstlich
vermehrte Exemplare. Erst wenn die zuständige Behörde ihre Zustimmung
erteilt hat, darf die Reise beginnen. Das gilt auch für Strandfunde, da
man beispielsweise auch einer Koralle nicht ansehen kann, ob sie mit
Absicht abgebrochen oder nur ange¬schwemmt wurde.

Mehr Informationen für Reisende

Welche Arten geschützt sind und welche Behörden im jeweiligen Land
zuständig sind, kann auch über das Internet abgefragt werden. Auf der
Homepage des BfN www.bfn.de stehen alle Informationen und Links zu den
wichtigsten anderen Seiten wie www.wisia.de, der Liste mit den
geschützten Arten und www.cites.org, auf der alle Behörden zu finden
sind.

Zusätzlich steht besonders für Touristen neben den Internetauftritten
www.zoll.de, www.artenschutz-online.de, einer zentralen Service-Hotline,
und der Broschüre „Reisezeit - Ihr Weg durch den Zoll" auch eine
Smartphone App als weitere Informationsquelle zur Verfügung. Unter dem
Titel „Zoll und Reise" kann diese im Apple App Store und im Google
Play Store kostenlos heruntergeladen werden. „Ersparen Sie sich bei
Ihrer Rückkehr aus dem Urlaub Ärger beim Zoll, nutzen Sie die Zoll-App
und erkundigen Sie sich rechtzeitig über die zu beachtenden
Einfuhrbestimmungen", appellierte Hans-Josef Haas

Hintergrundinformationen:
Seit vielen Jahren wird diskutiert, wie der weltweite Artenschwund gestoppt
werden kann. Unstrittig ist, dass mehrere Faktoren für den Artenschwund
verantwortlich sind. Neben dem vom Menschen ausge-lösten Verlust an
Lebensräumen für Tiere und Pflanzen hat auch der weltweite illegale
Handel mit ge-schützten Arten erheblich dazu beigetragen. Dies hat die
internationale Staatengemeinschaft bereits vor über 40 Jahren Anfang der
70iger Jahren des letzten Jahrhunderts erkannt und das Washingto¬ner
Artenschutzübereinkommen über den internationalen Handel mit
gefährdeten wildlebenden Tier- und Pflanzenarten – kurz CITES –
beschlossen, das in Deutschland am 20.6.1976 in Kraft trat.

Das Übereinkommen regelt den grenzüberschreitenden Transport von
geschützten Tieren und Pflan¬zen sowie aus ihnen gewonnenen Teilen und
Erzeugnissen – unabhängig davon, ob dieser Transport zu kommerziellen
Zwecken oder zu rein privaten Zwecken erfolgt. Neben einem kontrollierten
legalen Handel findet leider auch ein sehr umfangreicher, teilweise durch
eine hohe kriminelle Energie moti¬vierter illegaler Handel statt. Mit
vielen geschützten Arten ist auf dem illegalen Markt noch immer viel Geld
zu verdienen.



Das BMUB auf Twitter: @bmub

----------------------------------------------------------------------------
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2018
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMUB Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

----------------------------------------------------------------------------
Diese Nachricht erhalten Sie aufgrund Ihres Eintrags in unserer
Mailing-Liste. Wenn Sie diesen Service nicht mehr in Anspruch
nehmen möchten oder sich Ihre E-Mail-Adresse geändert hat, nutzen
Sie den Abmelde-Service:
http://www.bmub.bund.de/newsletter-abmelden/

----------------------------------------------------------------------------
Dies ist eine automatisch erzeugte E-Mail. Antworten Sie bitte nicht an
die Absenderadresse, sondern nutzen Sie für Ihre Mitteilungen das
Kontaktformular auf der Internetseite:
www.bmub.bund.de/kontakt

Keine Kommentare: