Donnerstag, 18. Juni 2015

BMUB-Pressedienst Nr. 146/15 - Umwelt/Religion

Berlin, 18. Juni 2015

Umwelt/Religion
Hendricks: Enzyklika ist Ansporn für alle, sich für Umwelt- und
Klimaschutz einzusetzen

Heute hat Papst Franziskus in Rom seine Enzyklika „Laudato Si" zum
Umwelt- und Klimaschutz vorgestellt. Bundesumweltministerin Barbara
Hendricks erklärt dazu:

„Ich bin Papst Franziskus sehr dankbar, dass er zu diesem Thema Stellung
bezieht. Die klare Sprache dieser Enzyklika und die Tiefe der Gedanken
bieten Anstöße, die weit über die katholische Welt hinaus Wirkung
entfalten werden. Die Enzyklika ist Ansporn für alle, sich für
engagierten Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen. Ich hoffe, seine
Argumente überzeugen insbesondere die konservativen Kreise, die die
enorme Brisanz des Klimawandels kleinreden wollen.

Papst Franziskus sagt, wir müssen „die Klage der Armen ebenso hören wie
die Klage der Erde". Das ist für mich ein ganz zentraler Punkt: Die
ökologische Frage und die soziale Frage gehören zusammen. Die Rechnung
für Umweltzerstörungen und Klimawandel geht zuallererst auf Kosten der
armen Menschen. Das gilt global und in unserem Land. Die wohlhabenden
Menschen und die wohlhabenden Länder belasten die Umwelt deutlich
stärker. Sie haben deshalb eine besondere Verantwortung, voranzugehen und
ihr Leben den ökologischen Grenzen unseres Planeten anzupassen. Das
heißt zu allererst: Wir müssen Stück für Stück raus aus den fossilen
Energieträgern. Wir müssen die Weichen stellen, damit wir unsere Energie
anders gewinnen als mit Kohle, Öl und Gas. Ich freue mich sehr, dass
Papst Franziskus dieses Anliegen teilt.

Es gibt heute sehr vielfältige Möglichkeiten zu glauben – oder auch
nicht zu glauben. Für mich persönlich beschreibt die christliche Ethik
auf sehr wunderbare Weise den Platz des Menschen auf dieser Erde: Sie
wurde uns geliehen und ist uns anvertraut. Aber sie gehört uns nicht. Das
bindet uns daran, sie gemeinsam zu pflegen, jedem an ihrem Reichtum
teilhaben zu lassen und sie geordnet zu übergeben. Das vergisst man
manchmal in einer Gesellschaft, in der Wirtschaftswachstum und
Gewinnmaximierung Schlüsselwörter sind."




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