Sonntag, 13. April 2014

BMUB-Pressedienst Nr. 068/14 – Klimaschutz/UN

Gemeinsame Pressemitteilung
mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMUB-Pressedienst Nr. 068/14
Berlin, 13. April 2014

Klimaschutz / International


Energiewende ist Schlüssel für mehr Klimaschutz
Weltklimarat legt Bericht zur Treibhausgas-Minderung vor

Der neue Bericht des Weltklimarats IPCC stellt klar: Die international
vereinbarte Obergrenze von maximal 2°C kann mit ambitionierter
Klimapolitik noch eingehalten werden. Die Wissenschaftler zeigen Optionen
auf, wie dies erreicht werden kann. Bundesumweltministerin Barbara
Hendricks und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sehen den zentralen
Schlüssel für mehr Klimaschutz in einem grundlegenden Umbau der
Energieversorgung. Nötig sei eine globale Energiewende mit erneuerbaren
Energien, Energie- und Ressourceneffizienz. Hierzu lieferten Forschung und
Entwicklung die notwendigen Baupläne.

Der IPCC hat heute in Berlin seinen dritten Teilbericht vorgelegt. Demnach
würde eine weitere Verzögerung von anspruchsvollen Klimaschutzmaßnahmen
die Zahl der technologischen Optionen empfindlich reduzieren und die
Kosten des Klimaschutzes erheblich erhöhen.

Bundesumweltministerin Hendricks: „Wir müssen jetzt alles daran setzen,
im Klimaschutz beherzt voran zu gehen. Deutschland kann dabei eine
wichtige Rolle spielen, wenn wir der Welt am praktischen Beispiel zeigen,
dass Klimaschutz in einem Industrieland funktioniert. Auf nationaler Ebene
wollen wir nun in allen Bereichen nach den effizientesten Lösungen für
den Klimaschutz suchen, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Auf
internationaler Ebene ist es wichtig, dass in diesem und nächsten Jahr
die Weichen für ein verbindliches, weltweites Abkommen für die Zeit nach
2020 gestellt werden. Europa muss hier die Führung übernehmen. Darum
wollen wir so schnell wie möglich ein EU-weites Klimaziel von mindestens
40 Prozent bis 2030 festlegen. Der Bericht des Weltklimarats zeigt, dass
erneuerbare Energien und Energieeffizienz zentrale Bausteine für mehr
Klimaschutz sind. Darum brauchen wir auch eigene Ziele für diese beiden
Bereiche."
Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 die Treibhausgasemissionen
um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Bis 2020 soll die
Minderung mindestens 40 Prozent betragen.

Bundesforschungsministerin Wanka: „Der Bericht der IPCC-Wissenschaftler
zeigt: Die Klimaforschung und die Forschung für die Energiewende müssen
mit Hochdruck fortgeführt werden." Seit dem letzten IPCC-Bericht 2007
hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die
Klimaforschung massiv verstärkt, vor allem mit seinem Rahmenprogramm
„Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA). Allein im Jahr 2013
hat das BMBF 750 Millionen Euro in Klima- und Energieforschung investiert.
Priorität haben dabei Projekte zur Vermeidung von CO2, beispielsweise bei
Speichertechnologien wie Wärmespeichern und Batterien, Materialforschung
oder der Nutzung von CO2 als Rohstoff. Zugleich entwickelt das BMBF
nationale und internationale Strategien zur Anpassung an Folgen des
Klimawandels. „Wir übernehmen Verantwortung insbesondere in den
Regionen, die vom Klimawandel besonders betroffen sind", sagte Wanka. So
werden in Kooperation mit zehn westafrikanischen und fünf
südafrikanischen Ländern Kompetenzzentren zu Klimawandel und Landnutzung
in Afrika aufgebaut. Das BMBF richtet sein Augenmerk auch auf noch offene
Forschungsfragen, etwa die Wolkenverteilung und Kohlenstoffspeicherung im
Ozean. „Wo noch Wissenslücken bestehen, werden wir die Forschung
vorantreiben", so die Bundesforschungsministerin.

Der Bericht ist der letzte von drei Teilbänden des 5.
IPCC-Sachstandsberichtes. Der Teilbericht zeigt Handlungsoptionen zur
Minderung von Treibhausgasemissionen auf. An ihm wirkten hunderte von
Wissenschaftlern mit, auch 16 Experten aus Deutschland waren daran
beteiligt. Nach Schweden und Japan war Deutschland erstmals Gastgeber des
IPCC-Treffens, an dem rund 120 Staaten teilnahmen. Der erste Teilband
beschäftigte sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des
Klimawandels, der zweite stellte die Folgen des Klimawandels,
Verwundbarkeiten und Möglichkeiten der Anpassung dar. Der Zyklus des 5.
IPCC-Sachstandsberichts schließt mit dem übergreifenden Synthesebericht,
der Ende Oktober 2014 in Kopenhagen verabschiedet wird.

Eine Zusammenfassung der Kernbotschaften finden Sie unter:
www.bmub.bund.de/N50407
Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle: www.de-ipcc.de
Forschung zum Klimawandel: www.bmbf.de/de/8493.php


Das BMUB auf Twitter: @bmub

Weitere Informationen:
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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Jürgen
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