Dienstag, 25. März 2014

BMUB Pressedienst Nr. 049/14 -- Umwelt/Naturschutz

Berlin, 25. März 2014

Gemeinsame Pressemitteilung
mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Hendricks fördert Urwald in Thüringen
„Hohe Schrecke" soll „Urwald von morgen" werden

Die „Hohe Schrecke" in Thüringen ist eines der ältesten Waldgebiete
Deutschlands. Jetzt soll sie auch zum Urwald von morgen werden. So lautet
das Ziel eines Naturschutzgroßprojektes, das der Bund bis 2023 mit rund 9
Millionen Euro fördert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab
heute den Förderbescheid im thüringischen Braunsroda an den
Projektträger, die Naturstiftung David.

«Die Hohe Schrecke ist für den Naturschutz in Deutschland von nationaler
Bedeutung. Hier befindet sich einer der größten Buchenwälder
Mitteleuropas. Dieses vorbildliche Projekt macht uns Hoffnung, dass wir
eines unserer wichtigen Ziele im Naturschutz erreichen können: Wir wollen
wieder mehr Wälder in die Wildnis entlassen. Ich hoffe, dass künftige
Generationen sich über diese Entscheidung freuen, wenn sie einmal den
großen alten Urwald in der Hohen Schrecke erleben werden», sagte
Hendricks in Braunsroda.

Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) beherbergt die „Hohe
Schrecke" eine große Zahl seltener und gefährdeter Arten, zum Beispiel
die Wildkatze. Es kommen 14 Fledermausarten vor, ferner Grauspecht,
Raubwürger, Wendehals und Kammmolch. Darüber hinaus konnten hier 220
Großpilzarten sowie Orchideen wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und
Dreizähniges Knabenkraut nachgewiesen werden.

BfN-Präsidentin Beate Jessel: «Die Naturschutzmaßnahmen in der Hohen
Schrecke leisten über die Region hinaus einen wesentlichen Beitrag zur
Erhaltung eines artenreichen Buchenwaldgebietes, das in Europa
Seltenheitswert hat. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein in der
nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt.
Zugleich unterstützt das Vorhaben die Entwicklung eines naturnahen
Tourismus und hilft, regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren»,

In dem Projektgebiet sollen 1700 Hektar Wald aus der Nutzung entlassen
werden und sich ohne menschliches Zutun wieder in einen Urwald entwickeln
können. Dazu kommt eine weitere Fläche von bis zu 4000 Hektar, auf der
in Zukunft nur noch besonders naturnahe Forstwirtschaft betrieben wird.
Ziel ist, gemeinsam mit Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung und
Tourismus ein naturverträgliches und bundesweit beispielhaftes Management
für das Gebiet zu entwickeln.

Der Projektträger, die Naturstiftung David, hat in einer ersten
Projektphase einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Gebiet erstellt.
Jetzt beginnt die zweite Phase, die Umsetzung des Projekts. Einige
Maßnahmen: Eichenwald und Streuobstwiesen werden neu gepflanzt, Bäche
renaturiert, wichtige Flächen gekauft und Waldbesitzer für ihren
Nutzungsverzicht entschädigt.

Mit dem Bundesförderung „chance.natur" trägt der Bund seit 35 Jahren
zur Erhaltung großflächiger, national bedeutsamer Landschaften und des
Nationalen Naturerbes bei. Insgesamt wurden bisher mehr als 78 Vorhaben
gefördert. Betreut werden die Projekte durch das Bundesamt für
Naturschutz.

Weitere Informationen zum Projekt: www.hohe-schrecke.net
Weitere Informationen zum Förderprogramm:
http://bfn.de/0203_grossprojekte.html

Das BMUB auf Twitter: @bmub

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Jürgen
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