Montag, 17. März 2014

BMUB Pressedienst Nr. 047/14 -- Klimaschutz/Emissionshandel

Berlin, 17. März 2014

Klimaschutz/Emissionshandel
EU-Emissionshandel: Reparatur beginnt
Ab heute werden deutlich weniger Emissionsberechtigungen versteigert

Die Versteigerungsmenge des Jahres 2014 im europäischen Emissionshandel
wird ab sofort um insgesamt 400 Millionen Zertifikate verringert. Heute
hat zum ersten Mal eine angepasste Versteigerung auf der entsprechenden
EU-Versteigerungsplattform stattgefunden. Am kommenden Freitag (21. März)
wird auch die deutsche Auktionsplattform an der European Energy Exchange
(EEX) ihre Versteigerung mit reduziertem Angebot durchführen

Das Zurückhalten von Zertifikaten, das sogenannte Backloading, startet
damit bereits im 1. Quartal 2014. Nach der Kürzung um 400 Millionen
Zertifikate in diesem Jahr ist für das kommende Jahr eine Kürzung um 300
Millionen und im Jahr 2016 um 200 Millionen Zertifikate vorgesehen. Die
deutsche Auktionsmenge für das Jahr 2014 beträgt nun insgesamt nur noch
rund 127,1 Millionen Zertifikate, statt der ursprünglich vorgesehenen
205 Millionen.

„Es ist ein wichtiges Signal an den Markt, dass die Reparatur des
Emissionshandels jetzt startet. Gleichzeitig muss nun rasch eine
nachhaltige Reform angegangen werden" sagte Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks und erneuerte ihre Forderung, die von der EU-Kommission
vorgeschlagene Marktstabilitätsreserve noch vor dem Jahr 2020
einzuführen. „Das Backloading in seiner aktuellen Form hat nur eine
sehr begrenzte Wirkung, weil es nicht auf Dauer angelegt ist. Würden wir
uns darauf beschränken, dann gefährden wir das Erreichen unserer
Klimaschutzziele und behindern weiterhin die deutsche Energiewende", so
Hendricks.

Die Backloading-Regelung der EU sieht vor, insgesamt 900 Millionen
Zertifikate aus den Jahren 2014 bis 2016 erst in den Jahren 2019 und 2020
zu versteigern. Damit soll kurzfristig auf die enormen Überschüsse an
Zertifikaten reagiert werden, die bis Ende des Jahres 2012 aufgelaufen
waren. Grund dafür waren vor allem die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie
die umfangreiche Nutzung von Zertifikaten aus internationalen
Klimaschutzprojekten. Während die meisten Mitgliedstaaten ihre
Zertifikate auf der gemeinsamen Auktionsplattform der EU veräußern,
nutzt Deutschland die Möglichkeit, eine eigene nationale
Auktionsplattform zu betreiben.


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