Donnerstag, 5. Dezember 2013

BMU Pressedienst Nr. 173/13 -- Umwelt/Strahlenschutz

Berlin, 5. Dezember 2013

Umwelt/Strahlenschutz
Richtlinie zur Erneuerung des europäischen Strahlenschutzrechts
verabschiedet

Das Bundesumweltministerium unterstützt die Entscheidung des Rats der
Europäischen Union zur Erneuerung des europäischen Strahlenschutzrechts.
Mit der heute beschlossenen Richtlinie wird das hohe Niveau zum Schutz von
Arbeitskräften und der Bevölkerung vor den Gefahren ionisierender
Strahlung sowie der medizinische Strahlenschutz weiter verbessert.
Bundesumweltminister Peter Altmaier äußerte sich erfreut über die
Neuerungen: „Deutschland konnte in den Brüsseler Verhandlungen viele
Verbesserungen einbringen und hat in guter Zusammenarbeit mit seinen
europäischen Partnern den Strahlenschutz deutlich voran gebracht."

Der Rat der Europäischen Union hat heute die neue Richtlinie des Rates zur
Festlegung grundlegender Sicherheitsnormen für den Schutz vor den
Gefahren einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung
verabschiedet. Die Richtlinie berücksichtigt den neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnisstand und bezweckt einen umfassenden
Strahlenschutz. Gleichzeitig wurden die Euratom-Richtlinien über den
Gesundheitsschutz der Bevölkerung und von Arbeitskräften, den
Patientenschutz, den Schutz externer Arbeitskräfte, die Information der
Bevölkerung bei radioalogischen Notstandssituationen und zur Kontrolle
hochradioaktiver Strahlenquellen aufgehoben.

Zu den wesentlichen Neuerungen der jetzt beschlossenen Richtlinie zählen:

• Ein verbesserter Strahlenschutz bei natürlich vorkommenden
radioaktiven Stoffen, die sich in Böden und Gesteinen der Erdkruste
finden und infolge industrieller Verarbeitung ein Gesundheitsrisiko
darstellen können
• Maßnahmen zum Schutz vor dem natürlich vorkommenden radioaktiven
Edelgas Radon, das an Arbeitsplätzen und in Wohngebäuden auftreten und
Lungenkrebs verursachen kann
• Regelungen zur Bewältigung radiologischer Altlasten
• Regelungen zur natürlichen Radioaktivität in Baustoffen
• Detaillierte Vorgaben für die Notfallplanung und die verstärkte
Kooperation aller Mitgliedsstaaten zum Zweck eines einheitlichen Handelns
im Notfallklare Vorgaben für medizinische Früherkennungsuntersuchungen
mit Röntgenstrahlung, um nicht erforderliche Röntgenuntersuchungen zu
vermeiden

Die Richtlinie muss innerhalb der nächsten vier Jahre in nationales Recht
umgesetzt werden. Das Bundesumweltministerium wird die Gelegenheit nutzen,
einen Gesetzesentwurf zu erarbeiten, der das deutsche Strahlenschutzrecht
modernisieren und möglichst vollzugsfreundlich gestalten soll.

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Herausgeber: Bundesumweltministerium, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Dr. Dominik Geißler (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Jürgen
Maaß, Nicole Scharfschwerdt und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2010 Fax: 030 18 305-2016
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