Dienstag, 1. Oktober 2013

BMU Pressedienst Nr. 147/13 -- Biologische Vielfalt

Berlin/Bonn, 1. Oktober 2013

Gemeinsame Pressemitteilung
mit dem Bundesamt für Naturschutz


Hotspot der biologischen Vielfalt: Neues Projekt stärkt die „Lebensader
Oberrhein"

Die nördliche Oberrheinebene im Dreiländereck von Rheinland-Pfalz,
Baden-Württemberg und Hessen bietet vielen seltenen Arten eine Heimat und
gilt daher als Schatzkasten der Natur. Diese wichtigen Lebensräume will
die zum Teil dicht besiedelte Region schützen, ausbauen und miteinander
vernetzen. Das ist das Ziel eines neuen „Hotspot-Projekts" im
Bundesprogramm Biologische Vielfalt, das vom Bundesumweltministerium
gefördert wird.
Als einer von 30 in Deutschland ausgewiesenen „Hotspots der Biologischen
Vielfalt" besitzt die Gegend insgesamt eine hohe Dichte und Vielfalt
besonderer Arten und Lebensräume. Das Gebiet beheimatet zum Beispiel
seltene Fischarten und ist ein international wichtiger Brut-, Rast- und
Überwinterungsplatz für Wat- und Wasservögel.
Das Projekt „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis
trocken" soll dieses Artenspektrum sichern. Ziel ist auch, dass
verschwundene Arten wie die Sumpfschildkröte und der Schlammpeitzger,
eine karpfenartige Fischart, wieder in die Region zurückkehren. Beide
Arten sind in Deutschland auf der Roten Liste vermerkt und als vom
Aussterben bedroht bzw. stark gefährdet eingestuft. Zudem sollen
Anwohner, Landwirte und Fischer für die außerordentliche biologische
Vielfalt in ihrer Region sensibilisiert werden.
Das Bundesumweltministerium stellt aus dem Bundesprogramm Biologische
Vielfalt rund 3,8 Millionen Euro zur Verfügung. Das Bundesamt für
Naturschutz begleitet das Naturschutzprojekt als Bewilligungsbehörde
fachlich. Koordiniert wird das auf sechs Jahre angelegte Projekt vom
NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz. Weiterer Projektpartner ist der
NABU-Landesverband Baden-Württemberg.
„Am nördlichen Oberrhein gibt es eine außergewöhnliche Artenvielfalt
inmitten von Ballungszentren. Das ist eine Herausforderung für den
Naturschutz. Aber es bietet auch eine große Chance, viele Menschen für
unsere biologische Vielfalt zu begeistern", sagte die Parlamentarische
Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser.
„Die Region am Oberrhein mit ihren Auenbereichen und den Flugsandgebieten
verfügt über äußerst sensible Lebensräume. Leider ist die Natur dort
durch Nutzungsdruck gefährdet. Dieses Projekt stärkt den Erhalt der
biologischen Vielfalt vor Ort und trägt maßgeblich zum überregionalen
Biotopverbund bei, indem Lebensräume wieder aufgewertet und vernetzt
werden", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel.
Das Projekt sieht unter anderem vor, nasse und trockene Lebensräume
wiederherzustellen und zu vernetzen. Kleingewässer sollen neu angelegt
oder aufgewertet, Auwald- und Sandrasenbereiche wiederhergestellt werden.

Hintergrund
Das Bundesprogramm "Biologische Vielfalt"
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird
seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt.
Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich
repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders
beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu
bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und
mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen
dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der
biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards
hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommunikation
tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische
Vielfalt zu stärken.
Die „Hotspots der Biologischen Vielfalt" sind ein Förderschwerpunkt im
Bundesprogramm. Nach dem ersten Förderaufruf vom 27. Januar 2012 soll es
voraussichtlich im kommenden Jahr einen neuen Aufruf zur Einreichung von
Projektskizzen geben. Weitere Informationen zu den Hotspots finden
Interessierte unter www.biologischevielfalt.de/hotspots.html.

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Herausgeber: Bundesumweltministerium, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Dr. Dominik Geißler (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Jürgen
Maaß, Nicole Scharfschwerdt und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2010 Fax: 030 18 305-2016
E-Mail: presse@bmu.bund.de Internet: www.bmu.de/presse
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