Montag, 19. August 2013

PM 0620-13 (Bio und regional: Aigner schmückt sich mit fremden Federn)

PRESSEDIENST
» PRESSEMITTEILUNG NR. 0620/13

Datum: 19.08.2013

Bio und regional: Aigner schmückt sich mit fremden Federn

Anlässlich der heute vorgestellten Studie des Bundeslandwirtschaftsministeriums zum Einkaufsverhalten bei Bio-Lebensmitteln erklärt Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung:

Wieder einmal kann Ministerin Aigner schöne Zahlen zur Entwicklung der Bio-Branche vorstellen und wieder einmal werden dieser Präsentation keine Taten folgen. Die heute veröffentlichte Studie zeigt, dass die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln weiterhin hoch ist, und dass Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend regional produzierte Lebensmittel bevorzugen. Doch diese Zahlen stehen im Kontrast zum Ausbau des Ökolandbaus in Deutschland und sie sind nicht das Ergebnis von Aigners Agrarpolitik. Das Bundesagrarministerium hat in den vergangenen Jahren auf vielfältige Weise verhindert, dass Deutschland einem der wichtigsten Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie, nämlich den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche auf 20 Prozent zu steigern, in nennenswerter Weise näher kommt. Wenn es Vorschläge und Forderungen von uns gegeben hat, dass und wie der Ökolandbau unterstützt und gefördert werden kann, dann kam als Mantra aus dem Hause Aigners, man wolle doch
die konventionell und die ökologisch wirtschaftenden Landwirte gleich behandeln. So profitiere doch beispielsweise der Ökolandbau gleichermaßen von der Agrarforschung. Doch auch hier ist die Wahrheit ein gravierendes Missverhältnis bei der Mittelzuwendung zwischen Ökolandbauforschung und für konventionelle Agrarforschung einschließlich Biotechnologie. Und so ist der Anteil der Importe von Bio-Lebensmitteln aus dem Ausland in den schwarz-gelben Regierungsjahren immer weiter angestiegen, während die ökologisch wirtschaftenden und regional vermarktenden Landwirte auf angemessene Förderung warten.

Im Aktionsplan für den Ökolandbau, den die zuständige Arbeitsgruppe unserer Fraktion im Mai veröffentlicht hat, zeigen wir unseren Fahrplan für eine Politik auf, die dem Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher nach mehr regionalen und ökologischen Lebensmitteln Rechnung trägt. Eine Lektüre sei Ministerin Aigner wärmstens ans Herz gelegt. Früchte würde sie aber nur tragen, wenn der Wille zur Umsetzung auch da wäre. Dass der fehlt, hat Frau Aigner in ihrer Funktion als Agrarministerin leider immer wieder unter Beweis gestellt. Deshalb kann man auch der Zusage, nach 2014 würde alles besser, keinen Glauben schenken. Die Biokäufer brauchen einen Regierungswechsel, keine warmen Worte von Frau Aigner.


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