Montag, 12. August 2013

PM 0600-13 (Gute Arbeit statt immer mehr Nebenjobs)

PRESSEDIENST
» PRESSEMITTEILUNG NR. 0600/13

Datum: 12.08.2013

Gute Arbeit statt immer mehr Nebenjobs

Zu den aktuellen Berichten, nach denen immer mehr Menschen einen Minijob als Zweitjob ausüben, erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Die stetige Zunahme von Zweitjobs ist alarmierend. Denn die Minijobs - egal ob im Nebenjob oder ausschließlich ausgeübt - sind mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Wir brauchen nicht immer mehr Kleinstjobs, sondern mehr versicherungspflichtige Arbeit, von der die Beschäftigten leben können. Dafür muss endlich der flächendeckende Mindestlohn kommen und prekäre Beschäftigung per Leiharbeit und Werkverträge eingedämmt werden.

Ebenso überfällig ist die Reform der Minijobs. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat eindeutige Hinweise darauf gefunden, dass Minijobs sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verdrängen. Die staatliche Förderung dieser Fehlentwicklung gehört unverzüglich gestoppt. Stattdessen müssen neue Anreize für existenzsichernde Beschäftigung geschaffen werden
Die wachsende Zahl von Nebenjobs hat zwei Ursachen - beide sind problematisch. Fast jeder vierte Beschäftigte arbeitet für einen Niedriglohn. Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland werden mit weniger als sechs Euro Stundenlohn nach Hause geschickt. Bei solchen Löhnen ist ein Zweitjob notwendig, um den Lebensunterhalt zu sichern. Fakt ist aber auch, dass Minijobs im Nebenjob für Arbeitnehmer attraktiv sind, weil sie sozial- und abgabenfrei sind. Wer sich zusätzlich etwas gönnen will, kommt mit einem Mini-Neben-Job schneller ans Ziel als mit Überstunden bei seinem Hauptarbeitgeber. Fair ist das nicht.




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