Donnerstag, 15. August 2013

BMU Pressedienst Nr. 121/13 -- Biologische Vielfalt

Gemeinsame Pressemitteilung

mit dem Bundesamt für Naturschutz


Neues Netzwerk soll gefährdete Wildpflanzen schützen

Ein bundesweites Netzwerk soll die genetische Vielfalt von 15 gefährdeten
heimischen Wildpflanzen sichern. Das ist das Ziel eines neuen Projekts aus
dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, das vom Bundesumweltministerium
gefördert wird.
Die gefährdeten Wildpflanzen gehören zu den Arten, für deren Schutz
Deutschland eine besondere Verantwortung hat. Dazu zählen die Arnika
(Arnica montana), der Sumpfenzian (Gentianella uliginosa) und eine
heimische Orchidee, das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza
majalis). In einer ersten Projektphase wird das Saatgut der 15 Arten an
den Wildstandorten bundesweit gesammelt und in Saatgutgenbanken gelagert.
Dann legen die beteiligten Botanischen Gärten Erhaltungs- und
Vermehrungskulturen an, um anschließend in einer dritten Phase mit diesem
Material gefährdete Populationen am Naturstandort zu stärken.
Das Bundesumweltministerium stellt aus dem Bundesprogramm Biologische
Vielfalt über 2,4 Mio. Euro zur Verfügung. Das Bundesamt für
Naturschutz begleitet das Naturschutzprojekt als Bewilligungsbehörde
fachlich. Umgesetzt wird das Projekt „Wildpflanzen-Schutz Deutschland"
von einem neuen bundesweiten Netzwerk, zu dem sich die Botanischen Gärten
von Berlin, Karlsruhe, Osnabrück, Potsdam und Regensburg sowie die
Pädagogische Hochschule Karlsruhe zusammenschließen. Koordiniert wird
das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben vom Botanischen Garten der
Universität Osnabrück.
„Das Projekt kümmert sich um den Erhalt der genetischen Vielfalt und
verfolgt so ein wichtiges Ziel unserer Nationalen Strategie zur
biologischen Vielfalt. Durch eine breit angelegte Informationsstrategie
trägt es dazu bei, der Gesellschaft die Bedeutung der heimischen
Biodiversität zu vermitteln und dadurch die Bereitschaft zu stärken,
diese heimische Vielfalt zu erhalten und zu schützen", sagte die
Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula
Heinen-Esser.
„Nur bei einer großen genetischen Bandbreite innerhalb einer Art besteht
die Chance, dass Organismen vorhanden sind, die mit neuen Bedingungen
zurechtkommen, wie zum Beispiel der Klimawandel sie bringt. Andernfalls
ist das Risiko hoch, dass die Art ausstirbt. Es ist sehr erfreulich, dass
das Projekt diesen oft in den Hintergrund tretenden Aspekt der
biologischen Vielfalt aufgreift und anschaulich vermittelt", sagte
BfN-Präsidentin Beate Jessel.
Jeder der sechs Projektpartner bringt seine spezielle Expertise in das
Netzwerk ein. So entsteht ein inno-vatives Verbundsystem, das
verschiedenste Schutzmaßnahmen für heimische Wildpflanzen umsetzt: Von
einem Geo-Web-Mapping-Portal, welches ehrenamtliche Sammler einbindet, die
dann online Fundorte schützenswerter Pflanzen markieren, über die
Erarbeitung von Standards für die Saatgutsammlung, die Aufarbeitung und
Lagerung der Samen bzw. Sporen in der Saatgutbank, Vitalitätsprüfungen
des Saatguts, sowie die Entwicklung von Erfolgskontrollen der
Artenschutzmaßnahmen bis hin zu Unterrichtsmaterialien zum Schutz
gefährdeter Wildpflanzenarten.
Neben der Vorstellung des Projektes u.a. auf der Bundesgartenschau 2015 in
Brandenburg und auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 in
Berlin werden die beteiligten Botanischen Gärten die aus-gewählten Arten
in ihren Anlagen zeigen und die Besucher über die Besonderheiten und
spezifischen An-forderungen dieser 15 gefährdeten Arten informieren.

Hintergrund
Das Bundesprogramm "Biologische Vielfalt"
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird
seit 2011 durch das Bundes-programm Biologische Vielfalt unterstützt.
Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich
repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders
beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu
bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und
mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen
dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der
biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards
hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommuni-kation
tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische
Vielfalt zu stärken.

Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/naturschutz

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Herausgeber: Bundesumweltministerium, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Dr. Dominik Geißler (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Jürgen
Maaß, Nicole Scharfschwerdt und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2010 Fax: 030 18 305-2016
E-Mail: presse@bmu.bund.de Internet: www.bmu.de/presse
Twitter: www.twitter.com/BMU_de Youtube: www.youtube.de/umweltministerium

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