Montag, 22. Juli 2013

BMU Pressedienst Nr. 110/13 -- Erneuerbare Energien/Marktprämie

Berlin, 22. Juli 2013

Erneuerbare Energien/Marktprämie
Marktprämie: Fast die Hälfte der erneuerbaren Energien ist bereits in den
Strommarkt integriert
Positive Zwischenbilanz der Marktprämie

Immer mehr Erzeuger von erneuerbarem Strom vermarkten ihren Strom direkt.
Fast die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien wird nach neuesten
Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber vollständig an der Strombörse
gehandelt und ist so voll in den Wettbewerb am Großhandelsmarkt für
Strom integriert. Eineinhalb Jahre nach der Einführung der sogenannten
Marktprämie mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und
nur sechs Monate nach Inkrafttreten der zugehörigen
Managementprämien-Verordnung zeigen sich deutliche Erfolge.

Bundesumweltminister Peter Altmaier lobte die Entwicklung: „Mit der
Einführung der Marktprämie im letzten Jahr hat das
Bundesumweltministerium seine Hausaufgaben gemacht. Ein erheblicher Teil
der Erneuerbare Energien-Anlagen übernimmt im Markt inzwischen die
gleiche Verantwortung wie vorher nur konventionelle Kraftwerke. Jetzt
müssen konventionelle Erzeuger und die Nachfrager ihren Teil zu einem
flexibleren Stromsystem beitragen!"

Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen der Vergütung, die nach
dem EEG für Strom aus erneuerbaren Energien gezahlt wird, und dem
durchschnittlichen Marktpreis aus. Die Erzeuger verzichten damit auf die
Einspeisevergütung. Die Marktprämie setzt so Anreize, Strom verstärkt
dann einzuspeisen, wenn er gebraucht wird – der Marktpreis also über
dem Durchschnitt liegt. Im Gegenzug müssen Betreiber von Anlagen, die
Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen und die Marktprämie in Anspruch
nehmen, in gleichem Maß Verantwortung übernehmen wie die Betreiber
konventioneller Kraftwerke: Sie verkaufen ihren Strom selbständig oder
mit Hilfe von spezialisierten Stromhändlern im Wettbewerb am
Großhandelsmarkt, erstellen dafür Prognosen, melden so genannte
Fahrpläne an und müssen für diese gerade stehen. Zudem bieten Betreiber
von Biomasseanlagen Regelenergie an. Sie tragen so dazu bei, dass
mittelfristig zunehmend auf die Mindesteinspeisung aus CO2-intensiven
konventionellen Kraftwerken (sog. must run) verzichtet werden kann.
Insgesamt sind derzeit etwa 70 Unternehmen und Stromhändler an der
Strombörse mit der Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien
aktiv.
Die Entwicklung zeigt zudem, dass Anbieter von Strom aus erneuerbaren
Energien jetzt auf negative Preise am Großhandelsmarkt reagieren und ihre
Anlagen in solchen Fällen drosseln. Zuletzt am 16. Juni diesen Jahres,
als ein Überangebot an Strom vorhanden war und die Preise für Strom
unter Null Euro pro Kilowattstunde sanken, haben mehr als 3200 Megawatt
erneuerbare Energien - das entspricht der Leistung von etwa 1500 modernen
Windenergieanlagen oder drei großen Braunkohlekraftwerken – ihre
Erzeugung gedrosselt und so Kosten in Millionenhöhe gespart.

Die Fraunhofer-Institute für System- und Innovationsforschung (Fh ISI),
für Windenergie und Energiesystemtechnik (Fh IWES), das Institut für
Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und die Rechtsanwaltskanzlei
BeckerBüttnerHeld (BBH) haben im Auftrag des Bundesumweltministeriums die
Erfahrungen mit der Marktprämie evaluiert.


Die aktuellen Zahlen zur Marktprämie sind abrufbar auf der Website der
Übertragungsnetzbetreiber:
http://www.eeg-kwk.net/de/file/Direktvermarktung_Juli_2013_Internet.pdf

Link zum Forschungsbericht zur Evaluierung der Marktprämie:
http://www.isi.fraunhofer.de/isi-media/docs/e-x/working-papers-sustainability-and-innovation/WP01-2013_Working_Paper_Nutzenwirkung_1.pdf

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Herausgeber: Bundesumweltministerium, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Dr. Dominik Geißler (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Jürgen
Maaß, Nicole Scharfschwerdt und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2010 Fax: 030 18 305-2016
E-Mail: presse@bmu.bund.de Internet: www.bmu.de/presse
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