Freitag, 24. Mai 2013

PM 0388-13 (Deutschlandstipendien: Enttäuschung statt Erfolgsstory)

PRESSEDIENST
» PRESSEMITTEILUNG NR. 0388/13
 
Datum: 24.05.2013
 
Deutschlandstipendien: Enttäuschung statt Erfolgsstory
 
Anlässlich der heutigen Bekanntgabe des Statistischen Bundesamtes, dass lediglich 0,6 Prozent der Studierenden in Deutschland 2012 ein sogenanntes ,,Deutschlandstipendium" erhalten haben, erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschulpolitik:
 
Das Programm ist, gemessen an den schwarz-gelben Regierungszielen, eine Enttäuschung statt einer Erfolgsstory. Deutschlandstipendien sind bundesweit nur mit der Lupe auffindbar. Das dritte Jahr in Folge bleibt die Bundesregierung auf ihren Mitteln sitzen: Wenn Unternehmen und Stifter für nur 14.000 der 25.000 Deutschlandstipendien Geld bereitstellen, dann ist es mit der Attraktivität nicht weit her.
 
Was die Bundesregierung vollmundig als ,,neue Stipendienkultur" anpreist, bleibt ein Ladenhüter und sorgt nicht für mehr Bildungsgerechtigkeit. Das schwarz-gelbe Stipendium ist ungeeignet, um die Hochschulen sozial zu öffnen und mehr Bildungsaufstiege zu ermöglichen. Es ist ein Lotteriespiel, in dem nur einige wenige Studierende der MINT-Fächer in wohlhabenden Regionen eine Gewinnchance haben.
 
Unsichere kurzzeitige Stipendien, die von Studienfach, Studienort und Stifterbereitschaft abhängen, gehen am Bedarf der Studierenden vorbei. Anstatt das Programm weiterhin mit Steuermitteln künstlich aufrechtzuerhalten, sollten Unternehmen und Stifter es in Eigenregie übernehmen. Bundesmittel dafür einzusetzen, dass Unternehmen die Studienfachwahl junger Menschen beeinflussen, ist widersinnig. Wenn die Wirtschaft vor allem angehende Ingenieure unterstützen will, soll sie ein eigenes Stipendienprogramm auflegen - dann würde sie auch endlich alte Versprechungen einlösen.
 
Anstatt an Millionensummen zum Wohle weniger Auserwählter festzuhalten, muss zügig das BAföG für alle Studierenden erhöht werden. Ein Rechtsanspruch auf Studienfinanzierung wie beim BAföG ist für Studierende verlässlicher als die Deutschlandstipendien-Tombola.


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