Donnerstag, 23. Mai 2013

PM 0383-13 (QS-Daten bestätigen Antibiotikaskandal in der Tierhaltung)

PRESSEDIENST
» PRESSEMITTEILUNG NR. 0383/13
Datum: 23.05.2013

QS-Daten bestätigen Antibiotikaskandal in der Tierhaltung

Zu den heute veröffentlichten QS-Daten zur Antibiotika-Erfassung in der Geflügel- und Schweinehaltung erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Es ist schon bemerkenswert, dass selbst QS den massiven Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung einräumen muss. 83 Prozent aller untersuchten Geflügelbestände und 76 Prozent aller Schweinebestände wurden mit Antibiotika behandelt. Masthühner erhalten durchschnittlich knapp ein Viertel ihres Lebens Antibiotika. Das entspräche einer 20jährigen Antibiotikabehandlung bei Menschen. Die Dauermedikation ist also gerade in Geflügelbetrieben zur Regel geworden. Das hat nichts mehr mit der Behandlung kranker Tiere zu tun. Es geht um Prophylaxe und Leistungsförderung. Beides ist verboten. Damit muss endlich Schluss sein.

Auch die QS-Daten zeigen also, dass die Bundesregierung noch immer nicht in der Realität angekommen ist. Statt endlich zu grundlegenden Veränderungen bei den Tierhaltungsbedingungen zu kommen, vergeudet die Bundesregierung ihre ganze Energie, in dem sie selbst marginale Verbesserungen im Arzneimittelgesetz ausbremst und blockiert. Weil Aigner seit eineinhalb Jahren die Erfassung des Antibiotikaeinsatzes nicht geregelt bekommt, müssen wir jetzt auf Grundlage von Daten diskutieren, die von der Wirtschaft selber erhoben wurden. Das ist in höchstem Maße peinlich für die Ministerin. Noch nicht einmal die DIMDI-Daten (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information) für den Jahresverbrauch an Antibiotika im Jahr 2012 wurden bisher veröffentlicht, obwohl sie schon seit fast zwei Monaten vorliegen müssten.

Die Passivität der Bundesregierung hinsichtlich der dringend notwendigen Senkung des Antibiotiaeinsatzes ist unverantwortlich. Der massive Einsatz führt zu einer verschärften Resistenzbildung. Dadurch werden Antibiotika auch für den Menschen nach und nach unwirksam. Bei heute eigentlich harmlosen Krankheiten wie Mandelentzündungen droht so in Zukunft wieder ein gefährlicher Verlauf. Die Bundesregierung verschließt davor weiter die Augen und spielt so mit der Gesundheit der Menschen, für die sie Verantwortung trägt.



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