Mittwoch, 16. Januar 2013

PM 0036-13 (Bienen vor der Zeitbombe Neonicotinoide schützen)

PRESSEDIENST
» PRESSEMITTEILUNG NR. 0036/13
Datum: 16.01.2013

Bienen vor der Zeitbombe Neonicotinoide schützen

Zur Warnung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit vor Gefahren für Bienen durch die Insektzide Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam (aus der Gruppe der Neonicotinoide) erklärt Harald Ebner, Sprecher für Agro-Gentechnik:

Die aktuelle EU-Studie ist ein klares Alarmsignal dafür, dass Bienen und andere Insekten existenziell bedroht sind. Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die vor den enormen Umweltrisiken durch die hochtoxischen Neonicotinoide warnen. Im Sinne des Vorsorgeprinzips ist es das Gebot der Stunde, dass sich die Bundesregierung nun in Brüssel für ein umgehendes Anwendungsmoratorium für Neonicotinoide einsetzt. Damit unsere Agrarlandschaft aber unabhängig davon wieder blütenreicher und bienenfreundlicher wird, muss Ministerin Aigner auch ihre Blockade gegen eine ökologische Reform der EU-Agrarpolitik beenden. Wenn wir auch in Zukunft noch bezahlbares Obst und Gemüse essen wollen, können wir es uns nicht leisten, dem Bienensterben weiterhin tatenlos zuzuschauen. Der Wert der Bestäubungsleistung von Bienen wird allein für Deutschland auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt, weltweit sogar auf bis zu 200 Milliarden Euro.

Neonicotinoide sind eine tickende Zeitbombe für die Umwelt: Die Giftwirkung summiert sich über längere Zeit und kann damit viele Bestäuber und andere Insekten sogar bei sehr geringen Dosen schädigen oder töten. Als Folge brechen die Bestände vieler Vogelarten zusammen, die Insekten als Nahrungsgrundlage benötigen. Studien von BUND und NABU belegen für die vergangenen Jahre extreme Bestandsrückgänge besonders bei Feld- und Wiesenvögeln. Frankreich hat den bienengefährlichen Wirkstoff Thiometoxam verboten und Großbritannien lässt in einer aktuellen Studie die Gefahren für Bienen durch Neonicotinoide umfassend untersuchen. Doch die Bundesregierung sieht laut Antwort auf unsere Kleine Anfrage vom Sommer 2012 (DS-Nr. 17/10218) keinen Handlungsbedarf und redet die Risiken dieser Pestizide klein.

Die Bundesregierung darf sich nicht auf die von der Chemieindustrie bezahlten Auftragsstudien verlassen, die die Unverzichtbarkeit von Neonicotinoiden vorgaukelt. Doch bereits einfache Maßnahmen wie bessere Fruchtfolgen und ein Verzicht auf großflächige Monokulturen machen diese Agrargifte überflüssig.



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