Mittwoch, 5. Dezember 2012

PM 1086-12 (Euthanasieopfer: Besser über die Schicksale informieren)

PRESSEDIENST
» PRESSEMITTEILUNG NR. 1086/12

Datum: 05.12.2012

Euthanasieopfer: Besser über die Schicksale informieren

Zur Präsentation der Wettbewerbsentwürfe für den ,,T4"-Gedenk- und Informationsort erklärt Claudia Roth, Mitglied im Kultur- und Medienausschuss des Bundestages:

Mit der Präsentation der Wettbewerbsentwürfe ist ein weiterer Schritt getan, um besser und umfassender über die Schicksale der Opfer von NS-Euthanasiemorden und Zwangssterilisationen zu informieren. Wir freuen uns, dass damit eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern zum Tragen kommt, die sich seit Jahren um die Gestaltung des Ortes bemüht.
Grundlage für den Wettbewerb war ein aus der grünen Bundestagsfraktion angeregter interfraktioneller Bundestagsbeschluss, der die Finanzierung des Gedenk- und Informationsortes sicher stellt.

Die Jury hat einen Entwurf zum Sieger gekürt, der ohne große Geste auskommt und mit seiner Zurückhaltung dem Wunsch vieler Beteiligter entgegen kommt: Am historischen Ort, von dem die Verbrechen ausgingen, den Aspekt der Information und kritischen Reflexion zu betonen. Viel wird nun von der angemessenen Realisierung des Entwurfs abhängen.
Politik sollte dabei keinen kontraproduktiven Zeitdruck aufbauen und auch nicht den Wahlmonat September 2013 zur Vorgabe für den Einweihungstermin machen, sondern sich vielmehr auf ihre Hausaufgaben bei der weiteren Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Geschichte konzentrieren.

Hier gibt noch viel zu tun. Die Geschichte der Verbrechen vor allem in den seinerzeit deutsch besetzten Gebieten ist noch immer unzureichend erforscht.
300000 Menschen mit Behinderungen fielen in Europa den Euthanasiemorden der Nazis zum Opfer. Psychiatrische Kliniken wurden regelrecht leer gemordet. Auch der Umgang mit diesen Verbrechen im Nachkriegsdeutschland muss Thema sein. Viele Täter wurden von einer nachlässigen Justiz nicht verfolgt oder nur symbolisch bestraft. Die 400000 Opfer von Zwangssterilisationen erhielten keine Entschädigung. Auch hier liegen große Versäumnisse in der Aufarbeitung.



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