Freitag, 24. Februar 2012

Energiewende Aktuell

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,

im Sommer 2011 hat der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit das Gesetzespaket zur Energiewende beschlossen. Die Energiewende ist das größte Infrastruktur- und Modernisierungsprojekt der kommenden Jahrzehnte, ein Generationenprojekt. Sie kann nur als Gemeinschaftswerk gelingen - in Kooperation und im Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Bundesregierung arbeitet Schritt für Schritt an
der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen. Viele Unternehmen, gerade auch aus dem Mittelstand, erkennen die Chancen der Energiewende - sie setzen auf „Zukunft made in Germany". Die Bundesländer beschließen eigene Energiepläne, die Kommunen ziehen mit, überall entstehen Energiegenossenschaften: Bürgerinnen und Bürger gestalten „ihre" Energiewende vor Ort.

Es tut sich was in Deutschland - und darüber lohnt es sich allemal zu berichten! Das Bundesumweltministerium möchte Sie zukünftig mit „Energiewende Aktuell" regelmäßig über neue Entwicklungen, Wissenswertes und Hintergründe rund um die Energiewende informieren. Kurz, knapp und verständlich per E-Mail. Bleiben Sie mit uns auf dem neuesten Stand - ich freue mich über Ihr Interesse! Beste Grüße

Ihr
Dr. Norbert Röttgen
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


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Energiewende auf gutem Weg

Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Röttgen haben heute eine gemeinsame Position der Bundesregierung zur Photovoltaikvergütung und zur EU-Energieeffizienzrichtlinie vorgelegt.

Beide Minister erklärten, dass die Vorschläge der beschleunigten Umsetzung und dem Erfolg der Energiewende dienen. Die Energiewende sei eines der bedeutendsten Infrastruktur- und Modernisierungsprojekte der kommenden Jahrzehnte. Sie sei mit großen Chancen für den Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland verbunden. Kosteneffizienz und die richtigen ökonomischen Anreize seien dabei wesentliche Kriterien für ihren Erfolg und für ihre Akzeptanz. Diese Kriterien würden mit ihren Vorschlägen erfüllt. Rösler und Röttgen betonten ihren Willen, das Projekt Energiewende gemeinsam zum Erfolg zu führen.

Hier gelangen Sie zur gemeinsamen Pressemitteilung der Ministerien


Energieeffizienz:
Minister setzen auf verbindliche Ziele und flexible Wege

Bundesumweltminister Röttgen und Bundeswirtschaftsminister Rösler sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme dafür aus, erstmals europaweit ambitionierte und verbindliche Ziele zur Energieeffizienz festzulegen. Wie aber diese Ziele umzusetzen seien, bleibe Aufgabe der Mitgliedstaaten.

Nach dem von beiden Ministern vorgelegten Änderungsentwurf zur EU-Energieeffizienzrichtlinie sollen die Mitgliedstaaten zwischen zwei nationalen Effizienzzielen wählen können: Der Verpflichtung, die Energieeffizienz innerhalb von drei Jahren um 6,3 Prozent zu steigern oder dem Ziel, den Endenergieverbrauch im selben Zeitraum um 4,5 Prozent zu senken. Um den jeweiligen Bedingungen der Mitgliedstaaten Rechnung zu tragen, müsste die Richtlinie den Mitgliedstaaten Raum lassen, die am besten geeigneten Maßnahmen auszuwählen.

Der Entwurf der Energieeffizienzrichtlinie der Europäischen Kommission sieht als verbindliches Instrument in Artikel 6 Einsparpflichten für Energieunternehmen vor. Die Unternehmen sollen ihren Energieabsatz pro Jahr um 1,5 Prozent senken, indem sie ihre Kunden dabei unterstützen Energie zu sparen. Die Bundesregierung hatte zuletzt immer betont, dass sie die Anstrengungen der Kommission zur Erhöhung der Energieeffizienz nachdrücklich unterstütze. Sie ist allerdings der Auffassung, dass nicht die Energieversorgungsunternehmen, sondern die Mitgliedstaaten Adressaten der Effizienzpflichten sein sollten. Die Richtlinie zur Energieeffizienz dient dazu, das 2007 von den Staats- und Regierungschefs vereinbarte Ziel umzusetzen, den Primärenergieverbrauch in der EU um 20 Prozent zu senken.

Hier finden Sie das Positionspapier im Wortlaut (PDF, 58 KB)


Neue Vergütungssätze für Strom aus Solaranlagen:
Planungssicherheit und Kosteneffizienz

Die Entwicklung der Photovoltaik in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Die deutsche Photovoltaik-Industrie zählt zu den internationalen Technologieführern. Die Bundesregierung will, dass die heimische Photovoltaik-Industrie auf dem Weltmarkt weiterhin bestehen kann. Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, die mit dem inländischen Zubau verbundenen Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher wirkungsvoll zu steuern. Heute haben das Bundesumwelt- und das Bundeswirtschaftsministerium für Solaranlagen, die ab dem 9. März 2012 in Betrieb gehen, neue Vergütungssätze veröffentlicht.

Die wichtigsten Neuregelungen im Überblick:

- mit einer deutlichen einmaligen Absenkung der Vergütungssätze für alle Anlagen, die ab dem 9. März 2012 in Betrieb genommen werden, wird auf die Preisrückgänge für Photovoltaikmodule auf dem Weltmarkt reagiert
- ab dem 1. Mai 2012 verstetigt sich die Degression der Vergütung durch eine monatliche Anpassung der Sätze
- die vergütungsfähige Strommenge je Anlage wird, je nach Anlagentyp, auf 85-90 Prozent der Erzeugung begrenzt. Nicht vergütete Strommengen können selbst verbraucht oder am Markt verkauft werden. Durch dieses Marktintegrationsmodell wird ein starker Anreiz für eine wirtschaftliche Nutzung außerhalb der staatlich garantierten Vergütung gesetzt


Gegenüber 2009 wurde die EEG-Einspeisevergütung für Solarstrom bereits nahezu halbiert. Dennoch wurden in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren jeweils Anlagen mit einer Leistung von 7,5 Gigawatt neu installiert. Vor dem Hintergrund rapide gefallener Weltmarktpreise für Photovoltaikmodule ist eine erneute Anpassung der EEG-Vergütungssätze konsequent und folgerichtig, um die EEG-Umlage für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu stabilisieren und die ungebrochen hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für die Photovoltaik dauerhaft zu erhalten. Für die Jahre 2012 und 2013 soll der bisherige Zielkorridor für den Zubau neu installierter Leistung von 2.500 bis 3.500 Megawatt beibehalten werden. Danach sinkt der Zielkorridor jährlich um 400 Megawatt. Ziel ist, dass die Photovoltaik schon in einigen Jahren Marktreife erlangt und ohne Förderung auskommt.

Hier gelangen Sie zu einer detaillierten Übersicht aller Neuregelungen (PDF, 58 KB)

Die neuen Vergütungssätze für Strom aus Solaranlagen im Überblick (PDF, 29 KB)


Erfolge der Energiewende - Zwischenbilanz und Ausblick

Deutschland soll in Zukunft bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau eine der energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaften der Welt werden. Dieses Ziel bekräftigen Bundesumweltminister Röttgen und Bundeswirtschaftsminister Rösler in einer gemeinsamen Zwischenbilanz zur Energiewende, die heute in Berlin veröffentlicht wurde und auch einen Ausblick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte gibt.

"Wir können als erste große Industrienation die Wende zu einem hocheffizienten, erneuerbaren Energiesystem schaffen. Unser Land ist Vorreiter auf dem Weg in die Energieversorgung der Zukunft", betont das Papier die gemeinsame Zielsetzung der maßgeblich verantwortlichen Ministerien. Deutschland hat schon viel erreicht: Im Jahr 2011 betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung rund 20 Prozent. Erneuerbare Energien sind damit nach der Braunkohle schon der zweitwichtigste Energieträger – noch vor Steinkohle und Kernenergie! So wird es weitergehen: Das im Juni 2011 in Kraft getretene 5-Milliarden-Euro-Sonderprogramm für die Offshore-Windenergie entfaltet bereits Wirkung. Zwei Windparks haben bereits Finanzierungszusagen aus dem Programm erhalten. Über einen Antrag wird aktuell entschieden und weitere sieben Anträge für Kredite, die der KfW bislang vorliegen, werden zeitnah geprüft.

Neu: "Plattform Erneuerbare Energien" des Bundesumweltministeriums

Nachdem im Sommer 2011 mit einem umfangreichen Gesetzespaket (u.a. NABEG, EnWG-Novelle, EEG-Novelle, Novelle Vergabeverordnung, Änderung Energie- und Klimafondsgesetz) die Grundlagen für die Energiewende gelegt wurden, ist es jetzt die Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für die notwendigen milliardenschweren Investitionsentscheidungen weiter zu verbessern. Der Ausbau der erneuerbaren Energien setzt die aktive Mitwirkung und das koordinierte Vorgehen einer Vielzahl von Akteuren voraus. Daher wird das Bundesumweltministerium in Kürze die „Plattform Erneuerbare Energien" starten. Die Plattform bildet den Rahmen, um mit den verschiedenen Akteuren – z.B. der Erneuerbare-Energien-Branche, den Energieversorgungsunternehmen, den Stadtwerken, den Netzbetreibern, den Ländern und Kommunen - gemeinsam den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben und die verschiedenen Prozesse optimal miteinander zu verzahnen. Im Mittelpunkt soll dabei das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien, konventionellen Energien, Speichern und Verbrauchern stehen. Darüber hinaus geht es um eine stärkere Koordinierung des Ausbaus erneuerbarer Energien und des Netzausbaus.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Text der Zwischenbilanz (PDF, 2,2 MB)


Deutscher Export-Überschuss bei Strom in 2011

Laut dem jüngsten Bericht der AG Energiebilanzen e.V. (AGEB) hat Deutschland – trotz der dauerhaften Abschaltung der sieben ältesten Kernkraftwerke ab dem 17. März – in 2011 insgesamt mehr Strom exportiert als importiert.

Die beigefügte Grafik zeigt, wie Deutschland ab dem 17. März 2011 zunächst während der Sommerzeit überwiegend Netto-Stromimporteur war. Ab Herbst 2011, andauernd bis heute, überwiegen hingegen wieder deutlich die Tage, in denen Deutschland Netto-Stromexporteur ist:



Im laufenden Monat Februar hat Deutschland bisher an jedem Tag mehr Strom exportiert als importiert:


Strom aus erneuerbaren Energien trägt auch in der kalten Jahreszeit wesentlich dazu bei, dass Deutschland Netto-Stromexporteur bleibt. Hier ein Überblick der jeweils minimalen und maximalen Einspeisung (in Megawatt) von Photovoltaik und Wind im Tagesverlauf für Februar 2012. In der Tabelle nicht gezeigt ist die Einspeisung aus Wasserkraft, Biomasse, Biogas und Geothermie, die kontinuierlich verfügbar ist und dabei hilft, die variable Produktion aus Wind und Sonne auszugleichen. Eintausend Megawatt entsprechen ungefähr der Leistung eines konventionellen Großkraftwerkes:



Mehr Informationen zur Energiewende: www.bmu.de/energiewende

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