Freitag, 2. Dezember 2011

PM 1096-11, (Anti-Doping: Fortschritte durch Europarat trotz Bundesregierung)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 1096
Datum: 2. Dezember 2011

Anti-Doping: Fortschritte durch Europarat trotz Bundesregierung

Zu Äußerungen der Bundesregierung über Änderungen beim Anti-Doping-Code der WADA, erklärt Viola von Cramon, Sprecherin für Sportpolitik:

Es ist höchst unredlich von der Bundesregierung zu behaupten, die vom Europarat vorgeschlagenen Verbesserungen gingen auf das Konto Deutschlands. Das Gegenteil ist der Fall: Die Initiative der Bundesregierung, die Zuschüsse an die WADA (World Anti-Doping Agency) europaweit einzufrieren, hat zu einer strukturellen Schwächung des internationalen Anti-Doping-Kampfes geführt. Eine Unterstützung für den Anti-Doping Kampf sieht anders aus!

Wir unterstützen die Vorschläge des Europarates ausdrücklich: Die Zusammenarbeit der einzelnen Anti-Doping-Akteure muss intensiviert. Auch soll es eine größere Präzision bezüglich der Liste verbotener Stoffe geben. Offensichtliche Widersprüche und vage Formulierungen bei der Entdeckung und Verfolgung von Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln sollen nach dem vorgelegten Korrekturvorschlag verschwinden. Beim Kontrollsystem ADAMS sind gerade im Bereich Aufklärung und Prävention Verbesserungen notwendig, da im Spannungsfeld zwischen Anti-Doping-Kampf und Datenschutz nur der Einbezug der Athletinnen und Athleten selbst zu einem Ausgleich führen kann.

Der internationale Anti-Doping-Kampf durch die WADA muss intensiviert werden. Das hat die Veröffentlichung des ersten Compliance-Reports der WADA gezeigt. Offensichtlich schafft es ein Viertel der nationalen Mitgliedsverbände nicht, den WADA-Code regelkonform umzusetzen.  Übersetzt bedeutet das: Doping ist in einigen Ländern deutlich einfacher zu vertuschen als in anderen. Das kann kaum im Sinne der deutschen Sportlerinnen und Sportler sein.

Die Vorschläge des Europarates sollten nun von jedem Akteur gründlich geprüft werden und mit den für  2012 angekündigten Vorschlägen der EU abgestimmt werden. Der Ruf nach mehr Transparenz und Effektivität im Anti-Doping-Kampf muss jetzt von jedem Staat beantwortet werden – auch von Deutschland.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: http://twitter.com/#gruensprecher

 


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