Freitag, 8. Juli 2011

PM 0603-11, (Hungerkrise am Horn von Afrika: Bundesregierung muss sofort helfen)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0603
Datum: 8. Juli 2011

Hungerkrise am Horn von Afrika: Bundesregierung muss sofort helfen

Anlässlich der aktuellen Hungerkatastrophe am Horn von Afrika erklärt Thilo Hoppe, Sprecher für Welternährung:

Am Horn von Afrika bahnt sich die schwerste Nahrungsmittelkrise dieses Jahrhunderts an. Rund neun Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) spricht von 480.000 schwer unterernährten Kindern in der Region. Angesichts dieser extremen Notlage muss die Bundesregierung unverzüglich Hilfe leisten.

Unerwartet kommt diese Katastrophe keineswegs. Seit Wochen und Monaten warnen die internationalen Hilfsorganisationen vor Versorgungsengpässen. Bisher hat sich die Bundesregierung verhalten gezeigt – ganz im Einklang mit ihrer bedenklichen Linie, multilateralen Organisationen die Unterstützung zu kürzen. Lediglich 500.000 Euro hat das Entwicklungsministerium dem Welternährungsprogramm WFP für seine Flüchtlingsoperation im kenianischen Lager Dadaab zur Verfügung gestellt, und das bereits Anfang des Jahres. Auf die jüngsten Aufrufe folgten hingegen keine weiteren Zusagen.

Diese Haltung ist unverantwortlich und gefährdet das Leben von Millionen von Menschen. Die Brisanz der Lage ist nicht von der Hand zu weisen. Im Nothilfeprogramm des WFP für das Horn von Afrika klafft zur Zeit immer noch eine Lücke von 220 Millionen US Dollar, vorrausichtlich wird die benötigte Geldmenge aufgrund der aktuellen Situation sogar noch nach oben korrigiert. UNICEF beklagt besorgniserregende Finanzierungsengpässe. Wir fordern die Bundesregierung auf, unverzüglich und unbürokratisch Gelder bereitzustellen.

Mehrere Ursachen haben zu dieser Krise geführt. Zwei Regenzeiten in Folge sind sehr viel geringer als erwartet oder gänzlich ausgefallen, so dass Somalia, Äthiopien, Dschibuti und der Norden Kenias die härteste Dürre seit 60 Jahren erleben. Dies sind wahrscheinlich bereits Folgen des Klimawandels.

Die Herden der dort lebenden Nomaden sterben in bisher kaum gesehener Geschwindigkeit, den Hirten entzieht sich somit die einzige Lebensgrundlage. Dazu kommen explodierende Lebensmittelpreise vor allem für die Grundnahrungsmittel Hirse und Mais.

Am schlimmsten trifft es Somalia, das vom seit 20 Jahren währenden Bürgerkrieg zusätzlich destabilisiert ist. Jeden Tag strömen 10.000 Flüchtlinge ins benachbarte Kenia, das zusätzlich zur angespannten Lage im eigenen Land nun auch für die Notleidenden aus Somalia aufkommen muss.

 

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1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

Das Einzige, was die Welternährung gefährdet, ist eine seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung und die daraus resultierende „Mutter aller Zivilisationsprobleme“, die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten.

Aufrechterhalten wird die Massenarmut vom kollektiven Wahnsinn der Religion, die alle Wahnsinnigen bis heute glauben lässt, das Paradies sei alles andere als die freie Marktwirtschaft und die unter Genesis 3,1-24 beschriebene Erbsünde alles andere als der Privatkapitalismus.

Aktueller Stand der verhungerten Kinder, seit die "heilige katholische Kirche" das Massensterben hätte beenden können: 27.266.983

Bis zur Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (das von dem Propheten Jesus von Nazareth vorhergesagte "Königreich des Vaters") werden weitere 30.000 Kinder pro Tag verhungern:

http://www.deweles.de/willkommen/offene-briefe.html