Donnerstag, 7. April 2011

PM 0311-11 (Sportwetten: Länder zocken auf Kosten der Abhängigen)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0311
Datum: 7. April 2011

Sportwetten: Länder zocken auf Kosten der Abhängigen

Anlässlich der Einigung der Bundesländer, das Sportwettenmonopol aufzuheben, erklärt Harald Terpe, Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik:

Die Aufhebung des Sportwettenmonopols ist ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich in den letzten Jahren für einen wirksamen Schutz vor Spielsucht stark gemacht haben. Wir werden in den kommenden Jahren eine erhebliche Steigerung der Zahl an Wettsüchtigen erleben. Den Ministerpräsidenten scheint das egal zu sein, denn ihnen geht es vor allem darum, ihr Staatssäckel zu füllen.

Die Bundesländer nehmen dafür sogar in Kauf, dass das Lotteriemonopol ebenfalls aufgehoben wird. Der Europäische Gerichtshof hat in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass staatliche Regulierungen des Glücksspiels in sich glaubwürdig und kohärent sein müssen. Die Ministerpräsidenten werden Probleme haben zu erklären, warum sie beim vergleichsweise harmlosen Lotto das Monopol beibehalten, während sie bei Sportwetten einen wirtschaftlichen Wettbewerb unter mehreren Anbietern zulassen.

Das Suchtpotenzial von Sportwetten ist erheblich. Insbesondere bei Livewetten im Internet besteht eine ähnlich hohe Gefahr wie beim klassischen Automatenspiel, wie eine Studie der Universität Hamburg kürzlich ergab.

 

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