Mittwoch, 16. Juni 2010

PM 0707-10 (Lebensmittel-Ampel: Ablehnung nützt Industrie und nimmt Verbrauchern Wahlfreiheit)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0707
Datum: 16. Juni 2010

Lebensmittel-Ampel: Ablehnung nützt Industrie und nimmt Verbrauchern Wahlfreiheit

Zur heutigen Abstimmung im Europäischen Parlament und im Ernährungsausschuss des Bundestags über die Lebensmittelinformationsverordnung erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik:

Mit ihrer Ablehnung einer verpflichtenden Ampelkennzeichnung für Lebensmittel haben sich die Mehrheit der EU-Abgeordneten und die Koalitionäre von Union und FDP heute vor den Karren der Lebensmittelindustrie spannen lassen und dem Verbraucherschutz einen Bärendienst erwiesen. Den Verbraucherinnen und Verbrauchern wird echte Wahlfreiheit verweigert. Stattdessen drückt man den Konsumenten von der Industrie vorgeschlagene Verwirr-Systeme auf, die Orientierung bewusst erschweren. Damit wurde eine einfache und kostengünstige Chance verpasst, der dramatischen Zunahme ernährungsbedingter Krankheiten und den explodierenden Kosten auf bald 100 Milliarden Euro pro Jahr im Gesundheitswesen entgegen zu wirken.

Ein Ampel-Testlauf von foodwatch zum WM-Start hat soeben gezeigt, wie die Hersteller versuchen, den Nährwertgehalt ihrer Produkte möglichst unverständlich zu deklarieren. Als sportlich und gesund sollen "WM-Produkte" erscheinen, die in Wahrheit echte Kalorienbomben sind und klar mit einer roten Ampel gekennzeichnet würden.

Mit unserem Antrag im Ernährungsausschuss haben wir die Bundesregierung aufgefordert, ihre bisherige Haltung zu korrigieren und sich vor dem Hintergrund der aktuellen Studien und Umfragen im EU-Rat für die Einführung einer europaweit verpflichtenden Ampelkennzeichnung einzusetzen. Leider stehen Union und FDP weiter auf der Bremse, statt die Ampel auf Grün zu schalten. Sie schlagen damit die Unterstützung der Verbraucherverbände, Krankenkassen, Kinderärzte und Eltern für die Ampel aus.

Immerhin wurden mit der Kennzeichnungspflicht für Nano-Lebensmittel und den verpflichtenden Herkunftsangaben für Fleisch zwei zentrale grüne Forderungen in der Lebensmittelinformationsverordnung verankert.

 


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