Freitag, 21. Mai 2010

PM 0578-10 (Illegaler Genmais muss sofort vernichtet werden)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0578
Datum: 21. Mai 2010

Illegaler Genmais muss sofort vernichtet werden

Zur Aussaat von Saatgut, das mit illegalem Gen-Mais verunreinigt war, und der verschleppten Aufklärung durch das Land Niedersachsen erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Agrogentechnik:

Der aktuelle Fall von Saatgutverunreinigung zeigt erneut, wie hochgradig gefährdet gentechnikfreie Saaten, Züchtung und Lebensmittel in Europa durch Agrogentechnik und dem verantwortungslosen Umgang damit sind. Die schwarz-gelbe Koalition befördert diese Gefahr noch, indem sie die in der EU geltende Nulltoleranz für nicht zugelassene Gentech-Pflanzen politisch untergräbt. Damit wird einer schleichenden Verunreinigung Tür und Tor geöffnet: Schon eine Verunreinigung von 0,1 Prozent bringt 80 bis 100 Genmais-Pflanzen pro Hektar hervor.

Das Verschleppen von Aufklärung und konkreten Schutzmaßnahmen durch Niedersachsen ist ein Skandal. Wir fordern, dass die betroffenen Felder umgehend umgepflügt werden und noch nicht ausgesätes kontaminiertes Saatgut sofort vernichtet wird. Niedersachsen muss zudem alle betroffenen Saatgutunternehmen und die belieferten Landwirte offenlegen, um die Aussaat in anderen Bundesländern unterbinden zu können. In mehreren Gerichtsentscheidungen wurde die Pflicht der Bundesländer zur Offenlegung und Vernichtung der betroffenen Saatgutpartien und Aufwüchse eindeutig festgestellt.

Auch der laxe Umgang mit Saatgutanalysen durch Rheinland-Pfalz zu gentechnischen Verunreinigungen ist ein Schlag ins Gesicht von Landwirten sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ministerin Conrad riskiert mit ihrem fahrlässigen Nichtstun eine erneute Kontamination der Ernten ganzer Regionen durch Auskreuzung des illegalen Genmaises, wenn der betroffene Mais wie 2009 nicht untergepflügt wird. Trotz Klagen von uns und Umweltverbänden hatte Frau Conrad damals einen Aufwuchs zur Verwertung in Biogasanlagen erlaubt und sich rechtswidrig geweigert, die Standorte offenzulegen.

 


(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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