Dienstag, 13. April 2010

PM 0409-10 (Missbrauchsleitlinien des Vatikans: Ein erster Schritt auf einem langen Weg)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0409
Datum: 13. April 2010

Missbrauchsleitlinien des Vatikans: Ein erster Schritt auf einem langen Weg

Zur Präzisierung der Leitlinien des Vatikans zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche erklärt Josef Winkler, Sprecher für Kirchenpolitik und interreligiösen Dialog:

Die katholische Kirche befindet sich in einer tiefen Vertrauenskrise. Die Leitlinien kommen sehr spät und stellen nur Selbstverständliches klar, nämlich dass Kirchenrecht nicht Strafrecht bricht. Opferschutz geht vor Institutionenschutz – in diesem Sinne ist diese Präzisierung zu verstehen, das begrüßen wir sehr.

Die veröffentlichte Richtlinie muss nun auch den deutschen Bischöfen als Richtschnur dienen. Die Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch aus dem Jahr 2002, die zur Zeit überarbeitet werden, müssen in Ihrer Neufassung die Verpflichtung enthalten, bei Missbrauchsverdacht die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten. Dies ist ein unerlässlicher Schritt, sowohl für die katholische Kirche selbst als auch als deutliches Signal an Opfer und Täter.

Die Einrichtung des neuen Internetangebotes durch den Vatikan und die erstmalige Veröffentlichung der Richtlinien ist ein überfälliges Signal an die Öffentlichkeit.

Mit diesen Maßnahmen ist der Vatikan einen ersten Schritt gegangen, der Weg ist aber noch weit. Gefordert sind nun Taten statt Worte: Die Missbrauchsvorwürfe müssen durch unabhängige Dritte aufgeklärt, die Opfer entschädigt und die Prävention gestärkt werden. Hier stehen konkrete Maßnahmen noch aus.

 


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