Dienstag, 23. Juni 2009

BMU Pressedienst Nr. 205/09 -- Abfallwirtschaft - Ressourcen

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Umweltbundesamt (UBA),
Bundesamt für Umwelt (BAFU, Schweiz), Umweltbundesamt (Österreich),
Lebensministerium (BMLFUW, Österreich)

Abfallwirtschaft/Ressourcen
Drei Länder gemeinsam für mehr Schutz der natürlichen Ressourcen

Die Umweltministerien und –ämter Deutschlands, Österreichs und der Schweiz vertiefen ihre Zusammenarbeit. Der Wissensaustausch zu Strategien der nachhaltigen Ressourcennutzung mit abfallwirtschaftlichem Schwerpunkt soll intensiviert werden. Am 23. und 24. Juni 2009 findet die erste gemeinsame Fachtagung „Re-source 2009" unter dem Titel „Ressourcen- und Recyclingstrategien – Von der Idee zum Handeln" statt. Sie zeigt den Entwicklungsstand, Hemmnisse sowie Potenziale bei der Steigerung der Ressourceneffizienz auf.

Die im Vergleich zum vergangenen Jahr stark gesunkenen, aber volatilen Preise für Pri-märrohstoffe wie Kupfererz, aber auch für Sekundärrohstoffe wie Stahlschrott können nicht darüber hinwegtäuschen: „Mit dem Anziehen der Weltkonjunktur und der damit verbundenen Rohstoffnachfrage in Staaten wie China, Indien, Brasilien oder Russland werden Ressourcenknappheiten bei Metallen und Mineralien wieder offen zu Tage treten", erklärte heute der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, anlässlich der Eröffnung der Fachtagung „Re-source 2009" in Berlin.

Die mit dem Abbau und der Aufbereitung der Rohstoffe verbundenen Umweltbe-
lastungen wie Flächenverbrauch, Grundwasserverunreinigungen und Luftverschmutzung werden bei steigender Nachfrage verstärkt ins Augenmerk der Weltöffentlichkeit rücken. Dazu gehören auch die daraus entstehenden sozialen Probleme, wie niedrige Arbeitssicherheitsstandards, Lohndumping und Gesundheitsrisiken in den Entwicklungsländern. In vielen Entwicklungsländern erfolgen der Rohstoffabbau und das Recycling
unter niedrigsten ökologischen und sozialen Standards. Gleichzeitig mangelt es den öko-logisch innovativen Recyclinganlagen westlicher Industriestaaten häufig an Material zur Verwertung. „Angesichts der Knappheit der Ressourcen stehen wir vor der großen
Herausforderung, die enormen Effizienzpotentiale zu erschließen", sagte Müller.


In den letzten Jahren wurden europaweit verstärkt Klimaschutzmaßnahmen angegangen.
Nun ist es an der Zeit, das Augenmerk auch auf eine nachhaltige Material- und Ressour-cenbewirtschaftung zu richten. Deutschland, Österreich und die Schweiz mit ihren fortschrittli-chen Technologien bei Produktion und Verwertung und mit ihren Strategien zum nachhaltigen Konsum, können eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es darum geht, Ressourcen effizienter zu nutzen und ihren Verbrauch zu verringern. „Weil natürliche Ressourcen begrenzt verfügbar sind, müssen sie effizient bewirtschaftet werden. Nachhaltige Rohstoff- und Ressourcenpolitik ist ohne staatliche Regulierung der Märkte nicht machbar. Die Wirtschaftskreisläufe und Güterströme sind heute global. Ein koordiniertes Vorgehen der Staaten hat große Priorität, damit keine Marktver-zerrungen und Wettbewerbsnachteile entstehen", sagte Bruno Oberle, Direktor des
schweizerischen Bundesamts für Umwelt in seiner Eröffnungsrede.

Die „Re-source 2009" dient dem fachlichen Dialog zur nachhaltigen Ressourcennutzung und soll Beiträge zur Entwicklung von Konzepten mit abfallwirtschaftlichem Schwerpunkt liefern. Jedes Land setzt dabei auch eigene Akzente:
Die vom deutschen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt eingebrachten Themen reichen vom Recycling strategisch wichtiger Metalle aus dem Elektronikschrott bis hin zur Nut-zung von Sekundärrohstoffen aus dem Abriss von Gebäuden als anthropogene Lagerstätten („Ur-ban Mining").

Mit seinem Rohstoffplan setzt Österreich einen wichtigen Schritt, Konflikte durch konkurrenzie-rende Flächennutzungsansprüche zu bereinigen. Der Rohstoffplan sichert die Verfügbarkeit von Rohstoffen für künftige Generationen. Die österreichische Abfallvermeidungs- und -verwertungsstrategie unterstützt Effizienzsteigerungen und verstärkt den Trend zur Bereitstellung von Sekundär-Rohstoffen. Dies schont nicht nur die Ressourcen, sondern entlastet auch die Um-welt. „Eine Steigerung der Ressourceneffizienz ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen immens wichtig. Für die Entlastung der Umwelt sind gemeinsame Standards bei der Aufarbeitung von Abfällen notwendig, deren Einhaltung national und international kontrolliert wird. Weiter ist es uns ein Anliegen, die Öffentlichkeit und die Konsumentinnen und Konsumenten stärker zu sensibilisieren und zu einem effizienteren Umgang mit Energie und Rohstoffen zu ermutigen", betonte DDr. Reinhard Mang, Generalsekretär des österreichisch!
en Umweltministeriums.

Das schweizerische Bundesamt für Umwelt ist seit Jahren aktiv im Bereich nachhaltiger Konsum und Labels. Es anerkennt und fördert die ökologischen Beurteilungsmethoden von Produkten und setzt sich für deren Anwendung ein. Aus diesem Grund betreut die Schweiz den Themenblock zu Nachhaltigen Produktions- und Konsummustern und ihre Auswirkungen auf die Materialströme.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.re-source2009.info.


Ansprechpartner für die Medien:

Deutschland: Bundesumweltministerium, Pressestelle, Tel +49-(0)3018-305-2015
Umweltbundesamt, Pressestelle, Tel. +49 (0) 340 2103 2122
Österreich: Lebensministerium, Pressestelle, Dr. Gerhard Popp, Stubenring 1, 1012 Wien, Tel.: +43/1 /711 00 -6703
Schweiz: Bundesamt für Umwelt, Mediendienst, Tel. +41 (0) 31 322 90 00


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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)
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