Mittwoch, 29. April 2009

PM 0364-09, (Bologna-Prozess: Zweite Reformwelle für Qualität ins Rollen bringen)

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0364
Datum: 29. April 2009

Bologna-Prozess: Zweite Reformwelle für Qualität ins Rollen bringen

Zur Bologna-Ministerkonferenz im belgischen Löwen erklärt Kai Gehring,
hochschulpolitischer Sprecher:

Die Umsetzung der Bologna-Reform in Deutschland ist durchwachsen, viele
Kernziele sind noch nicht erreicht. Bisher hat man sich viel zu sehr auf die
Struktur beschränkt. Es ist aber keine Studienreform, auf alte Diplom- und
Magisterstudiengänge das neue Etikett "Bachelor" zu kleben. Es muss jetzt eine
zweite Reformwelle anlaufen, mit der die Qualität von Studiengängen und Lehre
auf Vordermann gebracht wird. Nur so kann die Vision eines europäischen
Hochschulraums Wirklichkeit werden anstatt sich im Klein-Klein zu verlieren.

Die Bundesregierung hat aus Löwen ein dickes Hausaufgabenheft mitbekommen, das
sich mit grünen Verbesserungsvorschlägen deckt. Studiengänge müssen studierbar
sein, die studentische Arbeitsbelastung muss verringert werden. Die Hochschulen
müssen den Spielraum erhalten und nutzen, sieben- und achtsemestrige
Bachelor-Studiengänge anzubieten. Ein Auslandsstudium oder studentisches
Engagement muss ohne Studienverzögerung oder Dauerstress einzutakten sein.
Ausdifferenzierung und Vielfalt der Studiengänge darf die Mobilität der
Studierenden nicht einschränken, sondern muss diese anregen.

Eine besondere Herausforderung der Bologna-Umsetzung hierzulande ist die soziale
Öffnung der Hochschulen. Wir müssen zu mehr gesellschaftlicher Vielfalt auf dem
Campus kommen. Aufgabe von Bund und Ländern ist es, die Öffnung der Hochschulen
für bisher unterrepräsentierte Gruppen voranzutreiben und Hürden ab- statt
aufzubauen. Unabdingbar dafür sind eine bessere Studienfinanzierung und ein
Ausbau der sozialen Infrastruktur an den Hochschulen (wie Studienberatung,
Wohnheimplätze und Kinderbetreuung).


(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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