Freitag, 28. November 2008

BMU Pressedienst Nr. 278/08 -- Klimaschutz - Treibhausgase

Klimaschutz/Treibhausgase
Deutschland beim Klimaschutz weiter auf Erfolgskurs
Treibhausgasausstoß 2007 um 22,4 Prozent unterhalb des Basisjahrs
Gabriel: Anstrengungen im Stromsektor verstärken

Deutschland hat den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen weiter gesenkt und ist auf dem besten Wege, das Kyoto-Ziel von minus 21 Prozent zu erreichen. Nach den aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) lagen die Werte im vergangenen Jahr insgesamt um 22,4 Prozent unter dem Basisniveau (1990 bzw. 1995) und übertrafen damit sogar die angestrebte Zielmarke. Dass Deutschland im Schnitt der Jahre 2008 bis 2010 sein Kyoto-Ziel erreichen wird, kann damit als gesichert gelten. Der neue Bericht des UBA wird nun zwischen den Ressorts abgestimmt und anschließend an die EU und die Vereinten Nationen weitergeleitet.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Die Zahlen belegen den Erfolg der deutschen Klimaschutzpolitik. Das zeigen besonders die nach unten gehenden Trends bei den Emissionen von Gewerbe, Verkehr und privaten Haushalten. Besorgniserregend ist dagegen der Anstieg bei der Stromerzeugung. Deshalb dürfen wir nicht nachlassen, sondern müssen im Gegenteil mehr für die Effizienz tun und den Stromverbrauch senken. Wir haben hierzu umfassende Vorschläge gemacht." Gabriel hatte kürzlich einen nationalen Energie-Effizienzplan vorgelegt.

Die Emissionen des Jahres 2007 lagen bei 957 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten und damit um 2,3% niedriger als 2006 bzw. 21,3% niedriger als 1990. Gabriel warnte dennoch: „Die Zahlen sehen insgesamt gut aus, sind aber kein Grund, sich bequem zurückzulehnen. Denn wir dürfen uns nichts vormachen: Ein Teil des Erfolgs im Vorjahr liegt allein daran, dass Brennstoffkäufe statt 2007 wegen der Mehrwertsteuererhöhung schon 2006 erfolgten. Außerdem waren die Wintermonate 2007 besonders milde. Deshalb ist zu erwarten, dass die Zahlen für 2008 nicht so positiv wie für 2007 aussehen werden."

Gabriel wies zudem auf die weiteren Herausforderungen der Klimapolitik hin: „Kyoto ist nur ein erster kleiner Schritt. Um wirksam dem Klimawandel entgegentreten zu können, müssen wir mit Riesenschritten weiter gehen. Deshalb setzen wir uns auch in den laufenden Verhandlungen über das EU-Klimapaket für ambitionierte Ziele ein. Bis 2020 muss Europa minus
30 % schaffen, wenn andere Länder mitziehen."

Die neuen Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen folgende Trends:

 Beim Verkehr ist ein seit 1999 stetig sinkendes Emissionsaufkommen zu verzeichnen. Dies lässt sich vorrangig auf die Effizienzsteigerung bei PkW sowie den Einsatz von Biokraft-stoffen zurückführen.

 Auch die Abfall- sowie die Landwirtschaft trugen mit Einsparungen von insgesamt beinahe 40 Mio. Tonnen an Treibhausgasen seit 1990 zur Erreichung des Kyoto-Ziels bei.

 Große Einsparungen waren auch bei den privaten Haushalten zu verzeichnen. Diese lie-gen derzeit um 34% unter dem Niveau von 1990. Seit ca. 2002 macht sich auch hier ein deutlicher Trend zu weniger Emissionen bemerkbar. Dieser ist unter anderem auf Effi-zienzsteigerungen bei Heizungen und Gebäudeisolierung sowie den Ausbau der erneuer-baren Energien im Wärmebereich zurückzuführen.

 Im verarbeitenden Gewerbe konnten die energiebedingten Emissionen seit 1990 mit Aus-nahme weniger kleiner Anstiege stetig reduziert werden und liegen derzeit gut 40% unter dem Niveau von 1990.

 Im Bereich der Stromerzeugung ist bedauerlicherweise ein jährlicher Anstieg der Emissio-nen seit 1999 zu verzeichnen. Das bedeutet, dass die Anstrengungen der Bundesregie-rung im Bereich der erneuerbaren Energien noch nicht ausreichend waren, um den Nach-frageanstieg nach Strom auszugleichen.


Hintergrund: Die Berechnung der Zielerfüllung gegenüber dem Kyoto-Protokoll ist relativ kom-plex: Die Zielerfüllung wird gegenüber den Emissionen des Jahres 1990 bzw. für einige Gase 1995 berechnet. Diese Emissionen werden ebenso wie die Emissionsentwicklung seither jedes Jahr neu berechnet, so dass sich verbesserte Berechnungsmethoden nicht nur auf das aktuelle Jahr, sondern auf die gesamte Zeitreihe auswirken. Damit sich dadurch nicht immer auch die völkerrechtliche Verpflichtung für die Jahre 2008-2012 verändert, wurden die Basisemissionen für dieses Ziel in allen Kyoto-Unterzeichnerstaaten im letzten Jahr auf Grund der Berechnungen von 2006 festgelegt. Dies erklärt die Abweichungen zwischen der Reduktion gegenüber der Kyotoba-sis von 1990/1995 (22,4%) und den aktuell berechneten Minderungen gegenüber 1990 (21,3%).


Hinweis: Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz sind im Internet unter http://www.bmu.de/energieeffizienz/downloads/doc/42374.php eingestellt.


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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)
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